DOSSIER: Kämpfe und Erfolge der Frauen im Iran

Die gesellschaftliche Rolle der Frauen war im Iran in den vergangenen 100 Jahren immer ein wichtiger Streitpunkt zwischen den Islamisten und den sogenannten Modernisten, zu denen neben gebildeten Schichten der iranischen Gesellschaft auch Teile der Pahlavi-Dynastie gehörten, die bis Anfang 1979 herrschte.

Die islamische Revolution vom Februar 1979 schien diesen Streit zugunsten der Islamisten entschieden zu haben. Bereits am 7. März 1979, weniger als einen Monat nach der Revolution und noch vor der offiziellen Gründung der Islamischen Republik am 1. April, ergriff Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Chomeini erste Maßnahmen zur Islamisierung des öffentlichen Lebens: In einer Rede vor seinen Anhängerinnen sprach er sich für den Schleierzwang für Frauen in öffentlichen Ämtern und gegen die „vom Westen vorgeschriebene Freiheit der iranischen Frauen“ aus.

Obwohl am Tag darauf, dem Internationalen Frauentag, in Teheran und anderen iranischen Städten Zehntausende Mädchen und Frauen gegen den Schleierzwang protestierten, wurde er mit aller Härte durchgesetzt. Weitere gesetzliche Einschränkungen für Frauen folgten, etwa im Familienrecht und im Berufsleben.

Der Widerstand iranischer Frauen gegen diese diskriminierenden Gesetze hält bis heute an. Die Iranerinnen haben in ihrem über vierzig Jahre währenden Kampf viele Niederlagen erlebt, doch sowohl ihre Aktionen als auch ihre Errungenschaften sind beispiellos in einer Region, in der Islamismus und Jahrtausende alte patriarchalische Traditionen Frauen an den Herd binden wollen.

Das Iran Journal geht in einem Dossier mit acht Beiträgen von Aktivist*innen, Expert*innen und Journalist*innen auf die aktuelle Situation von Frauen im Iran, ihren Kampf für Gleichberechtigung und ihre Strategien sowie Erfolge bei diesem Kampf ein.

Das Dossier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit bezüglich der Behandlung der erwähnten Themen und ersetzt keine wissenschaftlichen Studien.