Nasrin Sotoudeh erhält Scott-Crosby-Menschenrechtspreis

Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh ist am Samstag, den 3. Oktober, bei der Herbstkonferenz der European Criminal Bar Association (ECBA) in Tirana mit dem Scott-Crosby-Menschenrechtspreis 2026 ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt ihren langjährigen Einsatz für Frauenrechte sowie die Rechte politischer Gefangener und die Unabhängigkeit der Anwaltschaft.

Erst wenige Tage zuvor war Sotoudeh als erste Iranerin mit dem Václav-Havel-Menschenrechtspreis des Europarats ausgezeichnet worden. Dieser Preis wurde von ihrer Tochter Mehraveh Khandan Heris in Straßburg entgegengenommen.

Sotoudeh hat in Iran unter anderem politische Aktivist*innen, Journalist*innen und zum Tode verurteilte Minderjährige vertreten. Sie setzt sich gegen die Todesstrafe und den verpflichtenden Hijab ein. Wegen ihres Engagements wurde sie mehrfach festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt. Auch 2026 wurde sie erneut festgenommen und später gegen Kaution freigelassen.

Da Sotoudeh im Iran lebt und dort weiterhin Repressionen ausgesetzt ist, konnte sie den Preis nicht persönlich entgegennehmen. Ihr Sohn Nima Khandan nahm die Auszeichnung in ihrem Namen entgegen. Sotoudeh wandte sich per Videobotschaft aus Teheran an die Konferenzteilnehmer*innen.

Die ECBA verleiht den nach dem britischen Menschenrechtsanwalt Scott Crosby benannten Preis an Personen, die sich in besonderem Maße für Menschenrechte, die Unabhängigkeit der Anwaltschaft und die Rechtsstaatlichkeit einsetzen.♦