Schmuggel mit Dattelpalmen

Iranische Palmen werden nach Angaben des Vizeverbandschefs der iranischen Dattelbauern, Mohammad Ali Samimi, ausgegraben und an die südlichen Nachbarländer am Persischen Golf verkauft. Dies geschehe zum Teil mit der Genehmigung des Agrarministeriums und zum Teil illegal, zitierte ihn das Nachrichtenportal Tejarat News am Dienstag.

Der illegale Schmuggel habe in den vergangenen Monaten zugenommen, da 2022 in Katar die Fußball-WM stattfinden werde und deshalb die Nachfrage gestiegen sei, so Samimi. Auch der Anstieg der Dattelpreise trage zum vermehrten Schmuggel von Palmen bei.

In den beiden iranischen Provinzen Chuzestan im Südwesten und Buschehr im Süden werden nach offiziellen Angaben mehr als 150 verschiedene Sorten von Datteln kultiviert. Jeder Baum kostet zwischen sechs und sieben Millionen Toman (umgerechnet 180 bis 200 Euro). Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn eines Arbeiters beträgt monatlich 4,2 Millionen Toman.

In den vergangenen Tagen tauchten Videos im Internet auf, die das Ausgraben und den Transport iranischer Palmen im Süden des Landes zeigten. Der Export der Bäume ist laut den Dattelbauern kein neues Phänomen. Dessen Anstieg jedoch belastet die Umwelt und verwandelt die betroffenen Gebiete in kahles Wüstenland.

Dem Verbandschef der Dattelbauern in der Südwestprovinz Chuzestan, Jassem Hasbawi, zufolge, ist die Anzahl der Palmen in der Stadt Abadan von 6,5 Millionen Ende der 1970er Jahre auf aktuell eine Million Bäume zurückgegangen.

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