Irans Ölgeschäft gerät unter Druck – und China auf Distanz
Irans Ölexporte befinden sich im Sommer 2026 in einer zunehmend schwierigen Lage. Die Schließung der Straße von Hormus, die Seeblockade seitens der US-Armee und die schwindenden iranischen Ölreserven außerhalb der Blockadezone erschweren die Ausfuhr erheblich.
Vor den Sanktionen exportierte Iran bis zu 2,8 Millionen Barrel Erdöl täglich. Nach Angaben von Reuters sind die Exporte inzwischen auf 220.000 bis 255.000 Barrel pro Tag eingebrochen. Seit Mitte Juli sollen iranische Rohölexporte durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen sein.
Besonders brisant ist die Entwicklung in China, das während der Sanktionsjahre zum nahezu einzigen großen Abnehmer iranischen Öls wurde. US-Finanzminister Scott Bessent bezifferte den Rückgang der chinesischen Käufe zuletzt auf rund 40 Prozent. Im Juli sanken die iranischen Rohölimporte nach China auf 556.000 Barrel täglich – den niedrigsten Stand seit Januar 2023. Chinesische Raffinerien weichen zunehmend auf günstigeres Öl aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland aus.
Zugleich könnten nach Angaben des US-Finanzministeriums nur noch rund 30 Millionen Barrel iranisches Rohöl außerhalb der Blockadezone für den chinesischen Markt verfügbar sein. Damit gerät auch das Verhältnis zwischen Teheran und Peking unter Druck. China lehnt einseitige US-Sanktionen offiziell ab, muss jedoch seine eigene Energieversorgung sichern. Rund die Hälfte seines Ölbedarfs deckt es mit Importen aus den Golfstaaten; zugleich laufen große Teile des chinesischen Energie- und Außenhandels über die strategisch wichtige Straße von Malakka. Berichten zufolge drängt Peking Teheran deshalb auf eine Öffnung der Straße von Hormus und eine Entspannung gegenüber Saudi-Arabien und den USA.
Für Iran entsteht ein Dilemma: China bleibt der wichtigste Absatzmarkt, könnte aber angesichts schwindender iranischer Liefermöglichkeiten und wachsender Konkurrenz aus Irak und Russland zunehmend eigene Interessen über politische Solidarität stellen.♦
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