Hitzewelle und Kriegsschäden verschärfen Wassermangel im Süden Irans
Zehntausende Menschen in der südiranischen Provinz Hormozgan sind infolge einer bei einem US-Luftangriff beschädigten Entsalzungsanlage von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Das teilte der Vertreter Hormozgans im Obersten Provinzrat Irans, Abdullah Parvaz, der Nachrichtenagentur ILNA am Montag, den 20. Juli, mit. Gleichzeitig erfasst eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis über 50 Grad Celsius weite Teile Südirans.
Laut dem Geschäftsführer des Wasser- und Abwasserunternehmens Hormozgan sind rund 20 Dörfer mit etwa 10.000 Einwohnern nahe der Entsalzungsanlage Bunji westlich von Jask von der Wasserknappheit betroffen. Bei dem US-Angriff seien sowohl die Pumpstation zur Meerwasserentnahme als auch der zur Anlage gehörende Transformator zerstört worden. Tankwagen lieferten inzwischen Trinkwasser in einige der betroffenen Gebiete, jedoch seien noch nicht alle Dörfer versorgt.
Zugleich wurden in den vergangenen 24 Stunden an zahlreichen Orten in Südiran Temperaturen von über 50 Grad Celsius gemessen. Omidiyeh in der Provinz Khuzestan war mit 51,8 Grad der heißeste Ort des Landes, gefolgt von einer Messstation in Ahvaz mit 51,6 Grad und Bandar Mahshahr mit 51,4 Grad. Von der Hitze besonders betroffen sind die Provinzen Khuzestan und Bushehr, die in den vergangenen Tagen mehrfach Ziele von Bombenangriffen waren.
Parvaz sprach zudem von „schweren Störungen“ der Verkehrswege in Hormozgan durch die Zerstörung mehrerer Brücken bei US-Luftangriffen, was zu starkem Verkehr insbesondere im Gebiet von Bandar Abbas führe. Die Bevölkerung sei gebeten worden, unnötige Reisen zu vermeiden.
Zusätzlich belasten anhaltende Stromausfälle die Bewohner südiranischer Städte, insbesondere während der heißesten Tagesstunden. Die Forderung lokaler Behörden, diese Gebiete wegen des tropischen Klimas von geplanten Stromabschaltungen auszunehmen, blieb Lokalpolitikern zufolge bislang unbeantwortet, so Parvaz.

