Zwei weitere Todesurteile im Zusammenhang mit Protesten in Isfahan vollstreckt

Die iranische Justiz hat zwei weitere junge Männer hingerichtet, die im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2025 auf dem Alikhani-Platz in Isfahan verurteilt worden waren. Amirhosse­in Maleki, 19 Jahre alt, und Amirhossein Ebrahimi, 18 Jahre alt, wurden in den frühen Morgenstunden des Dienstags exekutiert. Das bestätigte die offizielle Nachrichtenagentur der iranischen Justiz, Mizan.

Beide gehörten zu den 14 Angeklagten im sogenannten „Alikhani-Platz-Verfahren”. Sieben der Mitangeklagten waren bereits zuvor hingerichtet worden.

Die Justiz wirft den beiden vor, in jener Nacht bewaffnet gewesen zu sein und zum Tod von vier Sicherheitskräften beigetragen zu haben. Beweise dafür legte sie nicht vor. Der Anwalt eines bereits hingerichteten Mitangeklagten erklärte hingegen, der Vorwurf des Totschlags sei den Angeklagten zu keinem Zeitpunkt formell zur Last gelegt worden – und sei dementsprechend auch nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen. Seine Kollegin Shahrzad Shahbazi bestätigte: „Gegen keinen der Angeklagten im Verfahren zum Alikhani-Platz wurde die Anklage des Mordes erhoben.”

Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Verfahren als schwer mangelhaft: Geständnisse seien unter Zwang entstanden und vor Abschluss der Prozesse öffentlich ausgestrahlt worden.

Mai Sato, UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte in Iran, erklärte vergangene Woche, dass im Zusammenhang mit den Januarprotesten bislang mindestens 34 Personen hingerichtet worden seien, darunter mindestens fünf öffentlich. Sie verwies auf Schnellverfahren, Massenurteile und die systematische Verletzung von Verfahrensgarantien.

Laut Amnesty International hat Iran im Jahr 2025 mindestens 2.159 Menschen hingerichtet – mehr als je zuvor dokumentiert. Nur China übertrifft diese Zahl. Menschenrechtler gehen davon aus, dass Teheran die Todesstrafe gezielt einsetzt, um Proteste im Keim zu ersticken.♦