Hinrichtung zweier mutmaßlicher Israel-Spione
Die iranische Justiz hat in den Morgenstunden des 3. August 2026 zwei mutmaßliche Spione Israels hingerichtet. Wie das Justizportal Mizan am Montag mitteilte, wurden Omid Behzad und Pouria Safvat erhängt. Die beiden Männer sollen während der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Koordinaten, Fotos und Informationen aus Sicherheits- und Militäreinrichtungen an Offiziere des israelischen Geheimdienstes Mossad weitergegeben haben. Die Islamische Republik bezeichnet die Angriffe als „Ramadan-Krieg“ beziehungsweise „Zwölf-Tage-Krieg“.
Nach Angaben von Mizan soll der Geheimdienst der Revolutionsgarden die beiden Männer durch die Auswertung ausländischer Medien, einzelner Nachrichtensender sowie anhand des Musters versandter Videos identifiziert haben. „Technische Untersuchungen“ des Mobiltelefons von Omid Behzad hätten weitere Beweise erbracht; zudem habe Behzad die Vorwürfe während der Ermittlungen gestanden. Unter welchen Umständen dieses Geständnis zustande kam, ist jedoch unklar. Pouria Safvat wird darüber hinaus eine direkte Zusammenarbeit mit dem Mossad vorgeworfen, ohne dass die Justiz dafür öffentliche Belege vorgelegt hat.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren die Verhängung und Vollstreckung von Todesurteilen nach Verfahren, die internationalen Standards für faire Gerichtsprozesse nicht genügen. Sie bemängeln unter anderem den Einsatz mutmaßlich erzwungener Geständnisse, eingeschränkten oder fehlenden Zugang zu Rechtsbeiständen sowie intransparente Gerichtsverfahren.
Mit dem Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran, bei denen auch der langjährige Oberste Führer Ali Chamenei ums Leben kam, hat die iranische Führung ihre Repressionsmaßnahmen deutlich verschärft. Die Zahl der verhängten Todesurteile ist seitdem spürbar gestiegen. In den vergangenen Wochen wurden mehrere Demonstranten hingerichtet, die während der Proteste am 8. und 9. Januar 2026 festgenommen worden waren – obwohl die UN-Untersuchungskommission zum Iran die Justiz zuvor aufgefordert hatte, die Vollstreckung dieser Urteile auszusetzen.
Nach Angaben iranischer und internationaler Menschenrechtsorganisationen wurden seit Jahresbeginn 2026 insgesamt bereits mehr als 400 Hinrichtungen dokumentiert. Allein im Juli wurden Dutzende Todesurteile vollstreckt. Beobachter sehen darin eine gezielte Strategie der iranischen Führung, nach den militärischen Auseinandersetzungen mit Israel und den USA sowie den anhaltenden Protesten im Land ein Klima der Einschüchterung zu schaffen. (yk)
Foto: KI-generiert
