Mobiles Internet kehrt in Iran schrittweise zurück
Nach über 80 Tagen andauernden Einschränkungen kehrt der Zugang zum internationalen Internet in Iran offenbar schrittweise zurück. Nachdem zunächst einige Festnetzanschlüsse wieder mit dem globalen Netz verbunden worden waren, berichten nun auch Nutzerinnen und Nutzer mobiler Netze von einer teilweisen Wiederherstellung der Verbindungen.
Iranische Medien meldeten am Dienstag, dem 26. Mai, dass mobile Nutzer wieder Zugang zum internationalen Internet erhalten. Gleichzeitig wurden Berichte veröffentlicht, wonach auch Dienste wie ChatGPT über die Netze von Mobilnetz-Anbietern wieder erreichbar seien.
Die Organisation NetBlocks, die weltweite Internetverbindungen überwacht, schrieb, aktuelle Messdaten deuteten darauf hin, dass sich die Internetverfügbarkeit in Iran durch die Wiederanbindung an mobile Netze und weitere Netzwerkbereiche erneut erhöht habe und nun bei etwa 86 Prozent liege. NetBlocks betonte jedoch, Zensur und Filterung seien weiterhin aktiv. Einschränkungen könnten zwar umgangen werden, doch WhatsApp sei derzeit eingeschränkt und für die Nutzung seien Umgehungsmethoden erforderlich. Zudem seien einige Nutzer weiterhin offline.
Das iranische Kommunikationsministerium hatte zuvor mitgeteilt, dass „Koordinierungen zur Freischaltung des mobilen Internets“ im Gange seien. Ein stellvertretender Kommunikationsminister sagte am Dienstag, das mobile Internet werde „heute“ wieder verbunden.
🫶 Welcome back #Iran! Metrics show a further rise in connectivity as mobile networks and other segments are reconnected to the global internet:
• Filternet remains in place but can be worked around
• WhatsApp now restricted, requiring circumvention
• Some users still offline pic.twitter.com/8vtc9hT1pR— NetBlocks (@netblocks) May 26, 2026
Auch die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur ISNA berichtete, dass Nutzer von Festnetz-Breitbanddiensten wie FTTH, VDSL und ADSL inzwischen ohne Einschränkungen mit dem globalen Internet verbunden seien. Ihnen stehe demnach die vollständige Nutzung internationaler Webseiten und Dienste wieder zur Verfügung. Zudem sei die „vollständige Verbindung“ des internationalen Internets beim iranischen Telekommunikationsunternehmen wiederhergestellt worden.
Parallel dazu warnte Ehsan Chitsaz, stellvertretender Kommunikationsminister, vor Risiken für Mobiltelefone der Bürger. Angreifer könnten Sicherheitslücken in nicht aktualisierten Geräten ausnutzen. Er forderte die Bevölkerung auf, vor der erneuten Nutzung des Internets insbesondere Banking-Apps und Sicherheitsprogramme zu aktualisieren.
