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Spionagevorwurf gegen inhaftierte Menschenrechtlerin

Das Teheraner Revolutionsgericht hat die iranische Menschenrechtlerin Nasrin Sotoudeh zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das teilte ihr Anwalt Payam Derefshan in einem Interview mit der persischsprachigen Sendung der Deutschen Welle (DW) mit. Die renommierte Menschenrechtsanwältin war im Juni erneut verhaftet worden, nachdem sie die Verteidigung mehrerer Teilnehmerinnen an Protesten gegen den Kopftuchzwang im Iran übernommen hatte.

Das Gericht wirft der 55-Jährigen neben „Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit und gegen das System“ sowie „Beleidigung des geistlichen Führers“ ihrem Anwalt zufolge auch vor, sich als Spionin betätigt zu haben. Für wen Sotoudeh spioniert haben soll, wurde nicht bekannt gegeben. Nach Angaben ihres Anwalts werden Sotoudeh auch ihre Aktivitäten in einer Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe (LEGAM) zur Last gelegt. Diese Kampagne sei nur eine Idee gewesen und gar nicht realisiert worden, sagte Derefshan. Die Justiz versuche, Sotoudeh durch verschiedene Anklagen für lange Zeit aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Menschenrechtlerin war bereits mehrfach verhaftet und zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. 2012 zeichnete das Europaparlament sie mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit aus. Einer ihrer letzten juristischen Einsätze war die Verteidigung von Shaparak Shajari-Zadeh, die wegen ihres Protestes gegen die Zwangsverschleierung verhaftet worden war. Kurz darauf wurde Sotoudeh selbst festgenommen. (fp)

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