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Dutzende politische Gefangene im Hungerstreik

Familienangehörige und MenschenrechtsaktivistInnen machen sich große Sorgen um die Gesundheit von mehr als 20 politischen Gefangenen, die sich seit mehreren Wochen im Hungerstreik befinden. Berichten mehrerer Menschenrechtsorganisationen zufolge ist der Gesundheitszustand einiger der Inhaftierten kritisch. Die Verantwortlichen ignorierten das Problem.

Zu den Hungerstreikenden gehören 18 inhaftierte Anhänger des Gonabadi-Derwischordens sowie die renommierte Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und die MenschenrechtsaktivistInnen Farhad Meisami und Mahintaj Ahmadour. Die Gonabadi-Derwische betrachten sich als schiitische Muslime, folgen aber nicht dem religiösen Führer der Islamischen Republik Ayatollah Ali Khamenei, sondern ihren eigenen Ordensleitern. Zahlreiche von ihnen sitzen in Haft.

Die im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftierte Sotoudeh befindet sich seit dem 25. August aus Protest gegen ihre Verhaftung und die Repressalien gegen ihre Familie im Hungerstreik. Sotoudeh war im Juni erneut verhaftet worden, nachdem sie die Verteidigung mehrerer Teilnehmerinnen der Proteste gegen den Kopftuchzwang im Iran übernommen hatte. Im August wurde sie vom Teheraner Revolutionsgericht zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Sotoudehs Familienangehörigen war am Sonntag der reguläre Besuch bei der Inhaftierten verwehrt worden. Mitgefangene berichteten der Familie, Sotoudeh habe viel Gewicht verloren, ihr Blutdruck sei zu niedrig, sie könne keine Treppen steigen und kaum ohne Unterstützung laufen.

(fh)