Nach Khameneis Tod: Die Angriffe dauern an
Das staatliche Fernsehen des iranischen Regimes hat in den frühen Morgenstunden des 1. März bestätigt, dass der oberste Führer der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Ali Khamenei, bei Luftangriffen der USA und Israels getötet wurde. Stunden zuvor hatten bereits US-Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Nachricht von Khameneis Tod verkündet.
In sozialen Netzwerken veröffentlichte Bilder zeigen nächtlichen Jubel von Menschen in verschiedenen Städten Irans. Auch iranische Oppositionelle begrüßten die Nachricht. Das iranische Kabinett ordnete in einer Erklärung sieben gesetzliche Feiertage und eine 40-tägige Staatstrauer an.
Khameneis Wohnsitz unter den ersten Zielen
Die Angriffe der USA und Israels auf Regierungs- und Militärzentren in Iran hatten am Morgen des 28. Februar begonnen, während Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik noch im Gange waren. Der Teheraner Wohnsitz und das dortige Büro des 86-jährigen Khamenei, bekannt als „Beit“, gehörten zu den ersten Zielen der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran. Nur wenige Minuten nach deren Beginn waren in den sozialen Netzwerken zahlreiche Bilder von Explosionen in sensiblen militärischen und strategischen Zentren in Iran zu sehen: vom Angriff auf das Gebäude des Geheimdienstministeriums in Teheran bis hin zu Einschlägen in Luftwaffenstützpunkten der Revolutionsgarde in Täbris im Nordwesten und Chabahar im Südosten Irans. Das Ausmaß und die Intensität der Angriffe waren so groß, dass die Luftwaffe des iranischen Regimes praktisch keinen Widerstand leisten konnte.
US-Präsident Donald Trump sagte in einer Videobotschaft, Ziel der Angriffe sei, eine Bedrohung der Sicherheit der Vereinigten Staaten zu beenden und sicherzustellen, dass Iran keine Atomwaffen entwickeln könne. Trump forderte die iranischen Sicherheitskräfte auf, ihre Waffen niederzulegen, und rief die Iraner*innen dazu auf, nach dem Ende der Bombardierungen ihre Regierung zu stürzen und die Macht selbst in die Hand zu nehmen.
Laut den iranischen Quellen sind bei Angriffen über 550 Personen getötet worden.
Reaktion der Islamischen Republik auf die Angriffe
Die Islamische Republik Iran reagierte auf die Angriffe mit dem Abschuss von Raketen und Drohnen in Richtung Israel und mehrerer Länder am Persischen Golf. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte am Samstagabend, die US-Streitkräfte hätten „Hunderte Raketen- und Drohnenangriffe Irans“ erfolgreich abgewehrt. Es gebe keine Berichte über getötete oder verletzte US-Soldat*innen und die Schäden an US-Einrichtungen seien minimal und würden „die Operationen nicht beeinträchtigen“.
Iranische Militärvertreter kündigten stärkere Angriffe in naher Zukunft an. Gleichzeitig wurden viele Bilder von Angriffen der Islamischen Republik auf Nachbarländer Irans und die Golfregion veröffentlicht. Berichtet wurde über Einschläge oder Abschüsse iranischer Raketen und Drohnen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Qatar, Bahrain und Kuwait.
Medien meldeten zudem Schäden an einigen zivilen Orten, darunter etwa Hotels in den Emiraten. Das iranische Regime erklärte, es würden nur US-amerikanische Ziele ins Visier genommen. Länder, die versuchten, die Krise zwischen Iran und den USA „von außen zu steuern“, müssen dies nun allerdings „unter dem Aspekt ihrer eigenen inneren Sicherheit und Souveränität definieren“.
Opfer der Luftangriffe
Neben Khamenei selbst wurden auch einige Mitglieder seiner Familie bei den Luftangriffen am 28. Februar getötet. Nachrichtenagenturen des iranischen Regimes berichteten über den Tod seiner Tochter, seines Schwiegersohns sowie einer seiner Schwiegertöchter und eines Enkelkinds.
Auch mehrere hochrangige iranische Funktionäre wurden getötet, darunter Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, Mohammad Pakpur, der Kommandeur der Landstreitkräfte der Revolutionsgarden, Abdolrahim Mussawi, der Chef des Generalstabs der Streitkräfte, und Ali Schamchani, der Sekretär des Verteidigungsrates. Schamchani, eine der bekanntesten Persönlichkeiten des iranischen Regimes, soll an der Seite von Ali Khamenei getötet worden sein. Er hatte während des 12-Tage-Krieges zwischen Iran und Israel im vergangenen Sommer einen direkten Angriff trotz schwerer Verletzungen überlebt.
Der Tag nach Khameneis Tod
Die Luftangriffe der USA und Israels dauern weiter an. Bilder aus Iran deuten auf Angriffe auf den Flughafen von Mashhad im Nordosten Irans, auf die Landebahn des Flughafens von Täbris im Nordwesten sowie auf verschiedene Punkte in der iranischen Hauptstadt Teheran hin. Die israelische Armee teilte auf dem Nachrichtendienst X mit: „Die Luftwaffe hat in diesem Moment eine umfassende Welle von Angriffen gegen die Ziele des terroristischen Regimes Irans im Herzen von Teheran begonnen.“ Teheran hat angekündigt, Khameneis Tod mit weiteren Angriffen rächen zu wollen – Angriffe, auf die die USA und Israel anscheinend bereits vorbereitet sind.

