Zwei weitere politische Gefangene hingerichtet

Im Zuge einer anhaltenden Welle von Hinrichtungen politischer Gefangener sind in Iran zwei weitere Personen exekutiert worden. Wie iranische Medien berichteten, wurde Abduljalil Shahbakhsh, ein politischer Gefangener aus der belutschischen Minderheit, am Dienstag, 12. Mai, hingerichtet. Shahbakhsh war wegen des Vorwurfs eines „bewaffneten Angriffs auf Polizeistationen“ und der Mitgliedschaft in der militanten Gruppe „Ansar al-Furqan“ zum Tode verurteilt worden. Staatliche Medien veröffentlichten ein Video mit einem „Geständnis“ des Gefangenen, wobei Ort und Zeitpunkt der Aufnahme unklar bleiben.

Bereits einen Tag zuvor hatte die Justiz des Regimes die Hinrichtung von Erfan Shakurzadeh bekanntgegeben. Dem Masterstudenten der Luft- und Raumfahrttechnik wurde „Kooperation mit den Geheimdiensten der USA und Israels“ vorgeworfen. Laut der Nachrichtenagentur der Justiz soll Shakurzadeh „klassifizierte Informationen“ an „feindliche Dienste“ weitergegeben haben. Medienberichten zufolge war der 29-Jährige ein hochbegabter Student einer renommierten Universität in Teheran. Das Todesurteil gegen ihn sei nach „monatelanger Einzelhaft und durch erzwungene Geständnisse“ zustande gekommen. Shakurzadeh war bereits im Februar 2025 festgenommen worden.

Iran verzeichnet in den letzten Monaten eine neue Welle von Hinrichtungen, Verhaftungen und harten Urteilssprüchen. Menschenrechtsorganisationen bewerten dieses Vorgehen im Kontext von Krieg, Sicherheitskrisen und Protesten als Instrument der Abschreckung und gesellschaftlichen Kontrolle.

Die Vorwürfe in diesen Verfahren sind zumeist repetitiv: Spionage, Zusammenarbeit mit dem Feind, Gefährdung der inneren Sicherheit, Beteiligung an gewaltsamen Protesten und Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen.

Seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran Ende Februar hat das Regime mindestens 25 politische Gefangene hingerichtet, darunter 14 Demonstrierende und 11 Personen mit Verbin dungen zu Oppositionsgruppen. Zudem wurden mindestens fünf Personen unter dem Vorwurf der Spionage exekutiert.