Zwei weitere Protestierende hingerichtet

In Iran sind nach Angaben der Justiz erneut zwei Männer hingerichtet worden, die während der Januar-Proteste in Maschhad festgenommen worden waren. Die Todesurteile gegen Ali Hemmati Sistani und Madjid Nikandisch wurden demnach am Mittwoch vollstreckt.

Laut der Nachrichtenagentur der iranischen Justiz, Misan, wurde ihnen vorgeworfen, bei den Protesten in der Stadt Maschad im Januar Geschäfte angegriffen, Brände gelegt und Sicherheitskräfte attackiert zu haben. Misan beruft sich dabei auf Geständnisse der beiden Männer. Nach Angaben der Justiz wurden die Urteile vom Obersten Gerichtshof bestätigt.

Die Protestwelle in Iran hatte Ende Dezember vergangenen Jahres begonnen. Auslöser waren steigende Lebenshaltungskosten und der starke Wertverlust der iranischen Währung. Die Demonstrationen weiteten sich rasch aus und richteten sich zunehmend gegen die politische Führung.

Human Rights Watch wirft den iranischen Behörden vor, Hinrichtungen zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Abschreckung weiterer Proteste einzusetzen. Die Organisation dokumentierte in anderen Fällen erzwungene Geständnisse und grob unfair geführte Verfahren.

Die wirtschaftlichen Belastungen bestehen unterdessen fort. Nach einem aktuellen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters haben sich die Lebensbedingungen vieler Iraner:innen durch den Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen weiter verschlechtert.