Zwei Mitglieder der Revolutionsgarde bei Schusswaffenangriff getötet

Zwei Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde sind am Montagabend des 29. Juni bei einem Schusswaffenangriff in der westiranischen Stadt Paveh getötet worden. Das teilte die Revolutionsgarde der Provinz Kermanshah mit. Zwei weitere Personen wurden demnach verletzt.

In einer kurzen Erklärung bezeichneten die Revolutionsgarde den Vorfall als „terroristischen Anschlag“ und kündigten Ermittlungen der zuständigen Behörden an. Die beiden einheimischen Mitglieder der Revolutionsgarde, Borhan Krisani und Khaled Khaledinia, seien durch Schüsse vor ihren Wohnhäusern getötet worden.

Offizielle Stellen veröffentlichten zunächst keine weiteren Einzelheiten zu dem Angriff. Die kurdische Menschenrechtsorganisation Hengaw berichtete unterdessen, eine neu gegründete Gruppierung mit dem Namen „Khori Hiva“ habe die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen in den Grenzregionen zwischen Iran und dem Irak. Erst vor kurzem war über anhaltende Gefechte in der Umgebung der Stadt Baneh im nordwestlichen Iran nahe der Grenze zum Irak berichtet worden. Medien, die der Revolutionsgarde nahe stehen, meldeten dabei fünf Verletzte sowie den Tod von mindestens drei iranischen Sicherheitskräften.

Nach diesen Kämpfen hatte Iran über den irakischen Botschafter in Teheran von der irakischen Regierung Maßnahmen gegen die Präsenz iranisch-kurdischer Oppositionsparteien auf irakischem Staatsgebiet verlangt. Teheran fordert sowohl von der Regierung in Bagdad als auch von der Regionalregierung Kurdistans, die Führungsmitglieder und Angehörigen dieser Parteien an Iran auszuliefern oder innerhalb einer festgelegten Frist in ein Drittland zu verlegen.

Iran und der Irak hatten bereits vor mehr als drei Jahren ein Sicherheitsabkommen zur Gewährleistung der Grenzsicherheit geschlossen.

Iran setzt seine Angriffe auf iranisch-kurdische Oppositionsgruppen fort, die in der Autonomen Region Kurdistan im Irak stationiert sind. Seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf Iran im Februar sowie während der anschließenden Waffenruhe wurden nach vorliegenden Berichten mehr als 750 Angriffe auf Ziele in der Region Kurdistan registriert. Dabei kamen mindestens 22 Menschen ums Leben, darunter zehn Peschmerga, die Oppositionsparteien gegen die iranische Regierung angehörten.

Zu Beginn dieses Krieges war wiederholt über einen möglichen Eintritt kurdischer Gruppen in den Konflikt spekuliert worden. Wenige Tage später erklärte US-Präsident Donald Trump, er wolle nicht, dass die Kurden in den Krieg hineingezogen würden und dabei Schaden nähmen. Israelische Medien berichteten anschließend, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan habe Trump davon überzeugt, während des Krieges nicht auf die Unterstützung kurdischer Kräfte zu setzen.

Der frühere Leiter des israelischen Militärgeheimdienstes, Tamir Hayman, sagte dem US-Sender PBS, kurdische Einheiten seien ursprünglich Teil der militärischen Planungen Israels und der USA gegen Iran gewesen. Dieses Vorhaben sei jedoch nach dem Widerstand Erdoğans verworfen worden.