Weihnachtsdeko trotz staatlicher Repressalien

Trotz verschärfter staatlicher Kontrollen boten auch in diesem Jahr einige Geschäfte in Teheran Christbäume und Weihnachtsdekoration an. Ein Tannenbaum kostet in der iranischen Hauptstadt ungefähr 25 Euro.

Von den insgesamt etwa 300.000 ChristInnen, die im Iran leben, sind rund 240.000 Armenier oder Assyrer. Beide Glaubensgemeinschaften sind in der islamischen Republik offiziell anerkannt und haben eine feste Anzahl von Sitzen im iranischen Parlament. Dennoch stehen ihre Gemeinden unter staatlicher Kontrolle. Sie dürfen keine persischsprachigen Gottesdienste abhalten. Seit der islamischen Revolution vor 36 Jahren ist es zudem verboten, die Bibel auf Persisch zu veröffentlichen.

Daneben gibt es auch etwa 66.700 protestantische ChristInnen im Iran. Die Zahl stammt aus dem Jahr 2010, neuere Angaben gibt es nicht. Unter ihnen befinden sich auch vom Islam konvertierte IranerInnen. Sie stehen unter starkem Druck. Nach iranischem Strafrecht drohen bei Apostasie, also Abfall vom Islam, harte Konsequenzen bis zur Todesstrafe. 90 KonvertitInnen befinden sich derzeit aufgrund ihrer religiösen Aktivitäten im Gefängnis. Trotzdem soll in den vergangenen Jahren die Zahl der vom Islam zum Christentum konvertierten IranerInnen stark gestiegen sein.

(fh)