Influencerin verhaftet

„Gotteslästerung, Anstiftung zur Gewalt, Einnahmen durch unmoralische Mittel, Missachtung der islamischen Kleidervorschriften und Ermutigung der Jugend zur Verdorbenheit“ – so lauten die Vorwürfe der iranischen Justiz gegen eine 22-jährige Influencerin, die am Sonntag verhaftet wurde. Sie ist auf Instagram unter dem Künstlernamen Sahar Tabar bekannt. Ihr Account wurde bereits gelöscht. Das für „kulturelle Verbrechen und soziale und moralische Korruption“ zuständige Teheraner Gericht habe damit auf Beschwerden aus der Öffentlichkeit reagiert, berichten iranische Medien.

Im Netz heißt es, die junge Frau habe mehr als 50 Schönheitsoperationen hinter sich, um der US-Schauspielerin Angelina Jolie ähnlich zu sehen. Kritiker nennen Tabar „Zombie-Jolie“ oder „Leichenbraut“. Andere beschreiben sie als eine Art Kunstfigur, die ihren Bildern durch Photoshop-Bearbeitung eine spezielle Ästhetik verleihe, um damit auf den Schönheits-OP-Wahn im Iran aufmerksam zu machen.

Lifting, üppige Lippen, zierliche Nasen: Im Iran sind Schönheitsoperationen weit verbreitet. Die Quote der plastischen Nasenoperationen ist laut Berichten die höchste der Welt. Der Abgeordnete Rasoul Khezri sagte vor einigen Monaten, die Zahl der Schönheitsoperationen im Iran sei 20 bis 30 Mal höher als in europäischen Ländern.

(fh)