Iranische Justiz richtet vier Männer hin – darunter drei Protestteilnehmer von 2026

Die iranische Justiz hat innerhalb von zwei Tagen vier Männer hingerichtet. Am Sonntag, dem 8. November, bestätigte die justiznahe Nachrichtenagentur Mizan die Exekution von drei Männern, die an den Protesten vom Januar 2026 in Karaj beteiligt gewesen sein sollen. Hasan Divband, Hamid Kazemi und Reza Zanganeh wurden laut Mizan wegen angeblicher Zusammenarbeit mit Israel und den USA sowie mit „feindlichen Gruppen“ hingerichtet. Die Behörden warfen ihnen vor, an den gewaltsamen Ausschreitungen vom 18. und 19. Januar 2026 in Karaj „aktiv und bewaffnet“ teilgenommen und fremdes Eigentum zerstört zu haben. Zudem seien sie wegen Verstößen gegen das verschärfte Spionagegesetz verurteilt worden. Mizan zufolge wurden die drei Männer zusätzlich zur Todesstrafe auch zur Vermögenseinziehung verurteilt.

Bereits am Samstag war in der südostiranischen Provinz Sistan-Belutschistan Mohammad Aref Shahbakhsh hingerichtet worden. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim wurde ihm die Mitgliedschaft in der Gruppe Jaish ul-Adl sowie ein bewaffneter Angriff auf einen Polizeiposten im Landkreis Khash vorgeworfen. Die Anklagepunkte lauteten auf „Baghy“ (bewaffneter Aufstand gegen das System) und „Moharebeh“ (Feindschaft gegen Gott). Angaben zu Zeitpunkt und Opferzahl des Angriffs fehlen in den Berichten.

Jaish ul-Adl operiert im Grenzgebiet zwischen Iran und Pakistan und hat in den vergangenen Jahren mehrfach Anschläge auf iranische Sicherheitskräfte verübt. Iran und die USA stufen die Gruppe als Terrororganisation ein. Sie selbst gibt an, für die Rechte der belutschischen Minderheit zu kämpfen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren Anklagen wie „Moharebeh“ und „Baghy“ als politisch missbrauchte Straftatbestände ohne transparente Beweisführung.

Die Häufung von Hinrichtungen in Iran löst international zunehmend Besorgnis aus. Laut Amnesty International wurden im Jahr 2025 mindestens 2.159 Menschen hingerichtet – mehr als in jedem anderen Land außer China. Die UN-Sonderberichterstatterin für Iran, Mai Sato, warnte zuletzt vor überhasteten Verfahren und systematischen Verstößen gegen das Recht auf ein faires Verfahren.

Menschenrechtsgruppen und westliche Regierungen werfen Teheran vor, Todesurteile gezielt einzusetzen, um die Bevölkerung einzuschüchtern und neue Proteste zu verhindern.♦