Häusliche Gewalt gegen Frauen

Laut einer Umfrage der iranischen Zeitung Shahrvand erfahren 52 Prozent der iranischen Ehefrauen seelische und 37 Prozent körperliche Gewalt durch ihre Ehemänner. Dafür befragte die Zeitung 200 verheiratete Frauen in Teheran, die verschiedenen sozialen Schichten angehören. Demnach sind Frauen aus den südlichen Bezirken der iranischen Hauptstadt und solche aus ärmeren Bevölkerungsschichten am stärksten betroffen.

Das Thema häusliche Gewalt ist im Iran nach wie vor ein Tabu. Es gibt keine offiziellen Statistiken über die Anzahl Betroffener. Gewalt in der Ehe ist im Iran nicht strafbar. Wird eine Frau von ihrem Ehemann geschlagen, kann sie nur nach Paragraf 619 des Strafgesetzes gegen ihn vorgehen. Der verbietet die Belästigung von Frauen und Kindern in der Öffentlichkeit. „Frauen müssen demnach Zeugen mitbringen, die die Misshandlungen durch ihren Ehemann bestätigen“, kritisiert die Familienanwältin Maryam Pakizeh.

Aus diesem Grund fordern iranische Frauenrechtlerinnen seit Jahren neben dem Scheidungsrecht für Frauen auch Beratungsstellen und Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen.

(fh)