Zwei weitere Hinrichtungen trotz Kritik am Gerichtsverfahren in Isfahan

Iranische Staatsmedien haben am Dienstag, dem 26. August, die Hinrichtung von Abolfazl Sepahi Badjani und Amir-Hossein Safari Hosseinabadi bekannt gegeben. Beide waren im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2026 in Isfahan zum Tode verurteilt worden. Damit wurden bislang vier der insgesamt zwölf Angeklagten in diesem Verfahren hingerichtet.

Die Justiz warf den beiden die Beteiligung an der Tötung von vier Angehörigen der Basij-Miliz vor. Sie sollen die Beamten während der Proteste am 8. Januar auf dem Alikhani-Platz zunächst verletzt und anschließend in Brand gesetzt haben. Unklar ist, ob die Angeklagten in ihrem Gerichtsverfahren Zugang zu unabhängigen Anwälten hatten und unter welchen Umständen ihre Geständnisse zustande kamen.

Menschenrechtler kritisieren das Verfahren, bei dem alle zwölf Angeklagten, die bei ihrer Festnahme zwischen 18 und 25 Jahre alt waren, in einem nichtöffentlichen Gruppenprozess zum Tode verurteilt wurden. Experten zufolge beruhen die Urteile auf erzwungenen Geständnissen, die im Staatsfernsehen ausgestrahlt worden seien. Zudem seien konkrete Anklagepunkte sowie individuelle Verantwortung nicht ausreichend geklärt worden.

Bereits am 19. Juli waren Gol-Mohammad Mohammadi und Erfan Esfandiari in demselben Verfahren hingerichtet worden. Der Oberste Gerichtshof hatte die Todesurteile gegen alle zwölf Angeklagten zuvor bestätigt. UN-Sonderberichterstatterin Mai Sato und die UN-Untersuchungskommission für den Iran hatten die Behörden aufgefordert, die Vollstreckung zu stoppen.

In der Nacht vor den jüngsten Hinrichtungen versammelten sich nach Berichten und Videos in sozialen Medien Menschen in der Nähe des Hinrichtungsortes. Die Demonstrierenden beschimpften die Sicherheitskräfte als „ehrlos“. Auf den Aufnahmen sind Motorradstaffeln der Sicherheitskräfte und Polizeipräsenz zu sehen. Berichte über Zusammenstöße und Internetstörungen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Unterdessen setzen Hunderte zum Tode verurteilte Gefangene im Qezel-Hesar-Gefängnis in der Stadt Karaj ihren Protest gegen Hinrichtungen fort. Laut der Nachrichtenagentur HRANA verweigern sie seit dem 12. Juli die Annahme ihrer Essensrationen.