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Iran - USAWo wollen sie hin?

Auch für den Iran gilt das Atomabkommen in seiner bisherigen Form nicht mehr. Seit Sonntag reichert er Uran jenseits der 3,67 Prozent an und überschreitet damit die Grenze, die das Abkommen setzt. Ali Akbar Velayati, außenpolitischer Berater von Ayatollah Khamenei, spricht sogar von 20-prozentiger Anreicherung. Er gilt als der Mann, der die iranische Außenpolitik bestimmt. Unterdessen liegt die Wirtschaft am Boden, Armut breitet sich aus. Und die iranischen Sicherheitskräfte kündigen hartes Vorgehen gegen mögliche Proteste an. mehr »

Was sagt uns sein neuester Tweet? Hört Trump auf seinen Außenminister Mike Pompeo, der eine harte Linie gegen den Iran verfolgt, dann geschehe dem Präsidenten das, was einst Jimmy Carter erlebte. Dessen Präsidentschaft fiel mit der islamischen Revolution und der Geiselnahme der US-Diplomaten in Teheran zusammen. Diese beherrschte den US-Präsidentenwahlkampf: Carter verlor und wurde zum „one term president“, die Geiseln kamen genau an dem Tag frei, an dem sein Nachfolger Ronald Reagan seinen Amtseid leistete. Hört Trump dagegen auf Truck Carlson, seinen Lieblingsmoderator bei Fox News, dann könnten der Iran und die USA ins Geschäft kommen. Carlson hatte sich an dem Tag, an dem der Angriff gegen den Iran starten sollte, vehement gegen einen Krieg ausgesprochen. Das soll Trumps Entscheidungsänderung bewirkt haben.

Was will der iranische Präsidentenberater Trump mitteilen: Hat der Iran etwa so etwas wie einst die Geiselnahme der US-Diplomaten vor? Oder bietet er Gesprächsbereitschaft an, wenn die USA von einem Angriff absehen? Oder handelt es sich um nichts weiter als die gängige Analyse, Trump werde die nächste Präsidentenwahl verlieren, wenn er in einen Krieg mit dem Iran verwickelt ist?

Es gibt keinen kurzen Krieg

Was auch immer: Trump hat danach getwittert, ein Angriff gegen den Iran werde kein üblicher Krieg, sondern eine kurze, aber sehr schmerzliche Aktion sein. Und der iranische Außenminister twitterte zurück: Einen kurzen Krieg werde es nicht geben. Trump könne einen Krieg beginnen, aber er werde nicht derjenige sein, der diesen Krieg auch beende.

Planlosigkeit, wohin man schaut.

Die Revolutionsgarde wird im Iran durch die Drohungen der USA noch mächtiger und unantastbarer!

Die Revolutionsgarde wird im Iran durch die Drohungen der USA noch mächtiger und unantastbarer!

 

Was aber gewiss ist, sind die amerikanischen Sanktionen, die zunehmend den Alltag der Iraner*innen bestimmen. Fünfzig Prozent der Bevölkerung leben unter der offiziellen Armutsgrenze, stellte vor drei Wochen eine Parlamentskommission fest, die sich mit sozialen Fragen beschäftigt.

Wappnen gegen die Unzufriedenen

Und diese Armen sollen nicht auf die Idee kommen, sich so zu benehmen, wie Trump es sich wünscht: nämlich für einen Aufstand gegen die Herrschenden auf die Straße gehen. Der Revolutionsführer hat die führenden Kommandanten der Revolutionsgarden und der Basidj, der Volksmilizen, ausgetauscht. Die neuen Kommandanten haben die Zeichen der Zeit erkannt und bei ihrer Amtseinführung verkündet, sie würden Trumps Pläne im Innern des Iran zunichte machen.

Mit anderen Worten: Künftig werden Proteste als Kollaboration mit dem mit dem Kriegsgegner gewertet.

© Iran Journal 2019

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