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SyrienkonfliktNach dem Schlag der Alliierten

Auf den Ausgang des syrischen Bürgerkriegs bleibt der von den USA, England und Frankreich geführte Schlag gegen angebliche Giftgas-Kapazitäten des Regimes ohne Wirkung. Und je enger die Zusammenarbeit zwischen Russland und Syrien wird, desto besser ist es für den Iran. mehr »

Was die Aktion der drei Westmächte erreichen wird, dürfte eine Verhärtung der russisch-amerikanischen Spannungen in und um Syrien sein. Die russische Propaganda behauptet, ein syrischer Gasangriff habe nicht stattgefunden. Er sei bloß „fingiert worden“, um Amerika und den beiden europäischen Mächten einen Vorwand zu liefern, um „illegal“ dreinzuschlagen. Staaten pflegen ihre eigene Propaganda zu glauben, oder falls nicht, doch notgedrungen so zu reden und zu handeln, als glaubten sie sie.

Die russische Propaganda sagte auch, von den 103 amerikanischen Fernlenkraketen habe die syrische Abwehr 71 abgeschossen. Auch wenn das bloß Propaganda sein sollte, weist es doch eine mögliche Richtung, in die sich die russische Reaktion – ohne großes Risiko – bewegen könnte: weitere Verstärkung der syrischen Luftabwehr mit Hilfe russischer Abwehrsysteme. Möglich ist auch eine engere Integration des bestehenden russischen und des syrischen Abwehrnetzes über Syrien, vielleicht sogar verstärkte Zusammenarbeit  der beiden Luftwaffen.

Der Sieger Bashar Assad (li.) und sein Unterstützer, Irans Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei - Foto aus dem Archiv

Der Sieger Bashar Assad (li.) und sein Unterstützer, Irans Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei – Foto aus dem Archiv

 

Iran im Windschatten Moskaus

Je enger die Zusammenarbeit zwischen Russland und Syrien wird, desto besser ist es für Iran. Dass Israel sehr entschlossen ist, gegen den iranischen Einfluss und die iranische Militärpräsenz in Syrien vorzugehen, ist deutlich. Wenn Russland die syrische Luftabwehr verstärkt und enger mit ihr zusammenarbeitet, wird es gefährlicher für Israel, im syrischen Luftraum zu agieren. In vergangenen Jahren konnte Israel dies praktisch ungehindert tun, und es nutzte seine Luftüberlegenheit regelmäßig, um Iran daran zu hindern, dem libanesischen Hizbullah via Syrien allzu potente Waffen zu liefern. Ein verstärktes Damaskus bedeutet auch besseren Schutz und geringeres Risiko für die Pläne Irans in Syrien.

Wenn der amerikanische Schlag das Endspiel, das sich um den Kriegsabschluss in Syrien dreht, nicht wirklich verändert, wirkt er sich möglicherweise doch dahin aus, dass die Konfrontation Israels mit Iran in Syrien gefährlicher wird, als sie es bisher gewesen ist.♦

  ARNOLD HOTTINGER

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