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Erneuter medialer Angriff gegen Baha’i im Iran

Drei Tage nachdem der Kurznachrichtendienst Twitter „wegen verbaler Angriffe auf die religiöse Minderheit der Baha’i“ die  Konten mehrerer iranischer Medien blockiert hat, hetzt die Nachrichtenagentur Fars gegen die Baha’i.

Am Mittwoch veröffentlichte die der iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur einen Artikel mit dem Titel „Baha’i-Firmen, getarnte Spione“, in dem die „heimtückischen Methoden der Baha’i zum Schaden der iranischen Wirtschaft“, angeprangert werden.  „In dem ungleichen wirtschaftlichen Kampf der USA gegen den Iran schlagen sich die Baha’i auf die Seite der Amerikaner, horten und schmuggeln unterschiedliche Güter und bringen Destabilisierung in den Devisen Markt“, heißt es in dem Artikel.

Derartige mediale Attacken auf die Baha’i haben bei staatlichen Medien in der Islamischen Republik Tradition. Deshalb hatte Twitter am 21. Juli die Schließung der Konten einiger staatsnahen Medien veranlasst.

Über 300.000 Baha’i leben im Iran. Sie bilden die größte religiöse Minderheit des Landes und werden vom Staat wegen ihres Glaubens verfolgt. Neben dem Studium werden Baha’i seit der islamischen Revolution von 1979 auch von staatlichen Berufen ausgeschlossen.

Zuletzt hat ein Gericht in der südiranischen Stadt Bushehr sieben Angehörige der Glaubensgemeinschaft der Baha’i zu insgesamt 21 Jahren Haft verurteilt. Ihnen wurde „Propaganda gegen den islamischen Staat“ vorgeworfen. Eine Verwandte der Verurteilten sagte in einem Interview, diese hätten sich keineswegs politisch engagiert und seien allein wegen ihres Glaubens bestraft worden. (fp)

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