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Wieder schwere Überschwemmungen im Iran

Seit Tagen kämpfen die Bewohner*innen der Provinz Sistan-Belutschistan im Iran mit verheerenden Überschwemmungen. Auch der Osten der Provinz Hormozgan ist vom Hochwasser heimgesucht worden. mehr »

In der ostiranischen Provinz Sistan-Belutschistan haben starke Regenfälle mehrere Flüsse über die Ufer treten lassen. In manchen Dörfern seien Häuser bis zu acht Meter unter Wasser gewesen, schreibt die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Dabei gilt diese Provinz im Südosten des Iran als eine der trockensten Gegenden des Landes.

Ahmad Ali Moohebati, Gouverneur der Provinz, sagte am Mittwoch, die Überflutung habe zahlreiche Land- und Fernstraßen weggespült, Ackerland, Brücken und Häuser zerstört und Tausende Nutztiere getötet. Moohebati zufolge waren bis Dienstag 875 Dörfer durch die Wassermassen von der Außenwelt abgetrennt. Durch staatliche Hilfsorganisationen und Arbeit von Freiwilligen aus anderen Teilen der Provinz seien die Verbindungen zu den meisten betroffenen Dörfer wieder hergestellt worden.

In den sozialen Netzwerken kursieren Videos, die das Ausmaß der Katastrophe zeigen.

Kein Strom, kein Wasser

Laut Abodol-Ahad Riki, dem Sprecher des Wasser- und Abwasseramtes von Sistan-Belutschistan, werden 54 Kilometer Wasserrohre benötigt, um die betroffenen Gegenden mit Trinkwasser zu versorgen. Derzeit seien bereits 122 Wassertanklaster mit 15 Liter Trinkwasser pro EinwohnerIn in die überschwemmten Gebiete unterwegs.
Video: Der erste Tag der Überschwemmung, 12. Januar:

Laut den iranischen Nachrichtenagenturen sind viele Strommasten durch das Hochwasser unterspült worden, dadurch sei die Region teilweise ohne Strom. Auch Mobiltelefone funktionieren nicht. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA sind allein im Gebiet Zarabad 4.000 Hektar Bananenplantagen und 3.000 Hektar Gemüsefelder vernichtet worden.

Die Hilfsorganisation Roter Halbmond habe bisher 1.500 Familien umgesiedelt, sagt deren Leiter Hossein Rasheki. Gouverneur Moohebai schätzt die Schäden in der Provinz auf mehr als 209 Billionen Tuman (etwa 42 Millionen Euro).

Hochwasser in Hormozgan

Starke Regenfälle zwischen dem 11. und 13. Januar haben auch im Osten der südiranischen Provinz Hormozgan enorme Schäden verursacht. Nach Angaben des Provinzgouverneurs Feridoon Hemati sind mehrere hundert Dörfer besonders in der Umgebung der Stadt Jask am Persischen Golf betroffen. Auch dort sind Straßen, Brücken und Schulgebäude zerstört worden, an vielen Orten gibt es keinen Strom.

Hemati zufolge wird sauberes Trinkwasser von Hilfseinheiten der Revolutionsgarde und der Armee geliefert. Die Überschwemmung hat die Fischer von Jask nachhaltig getroffen, denn laut IRNA wurden auch viele Boote, Existenzgrundlage der Fischerfamilien, zerstört.

Nach offiziellen Angaben sind in beiden Provinzen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen und über 30.000 Wohneinheiten völlig oder zum Teil zerstört worden.

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