Ahmadinedschad verschärft Kritik

Der ehemalige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad hat seine Kritik an der Inhaftierung seines ehemaligen Vizepräsidenten verschärft und die iranischen Machthaber angegriffen. Sollte Hamid Baghaei im Gefängnis etwas zustoßen, seien sie dafür verantwortlich, erklärte Ahmadinedschad in einer Video-Botschaft am Sonntag.

Das iranische Revolutionsgericht hatte Ahmadinedschads ehemaligen Vizepräsidenten und engsten Verbündeten Hamid Baghaei vor knapp zwei Wochen wegen Amtsmissbrauch, Korruption und Unterschlagung zu 15 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 43 Milliarden Tuman, umgerechnet etwa acht Millionen Euro, verurteilt. Nach der Urteilsverkündung wurde Baghaei ins Teheraner Evin-Gefängnis gebracht. Medienangaben zufolge soll er aus Protest gegen das Urteil dort sofort in den Hungerstreik getreten sein.

Ahmadinedschad bezeichnete die Arbeit der Justiz als „katastrophal“ und warf ihr in seiner Video-Botschaft vor, vom Weg der Gerechtigkeit „komplett abgewichen“ zu sein. Statt Geständnisvideos zu zeigen, sollte die Justiz Dokumente veröffentlichen, die die Anschuldigungen gegen Baghaei belegten, so Ahmadinedschad. Das Nachrichtenportal der iranischen Justiz Mizaan hatte vergangene Woche ein Video veröffentlicht, in dem ehemalige Mitarbeiter Baghaeis ihm Unterschlagung vorwerfen.

In der vergangenen Woche wurde auch Ahmadinedschads ehemaliger Bürochef und Berater Esfandiar Mashahei verhaftet. Mashahei hatte vor der britischen Botschaft in Teheran das Gerichtsurteil gegen Baghaei verbrannt. Sein Anwalt vermutet darin den Grund für die Verhaftung. Eine offizielle Begründung gibt es bisher nicht.

(fh)