Fotojournalistin festgenommen

Die Fotojournalistin Alieh Motalebzadeh ist am Samstag im iranischen Informationsministerium festgenommen worden. Ihr Ehemann Sadra Abdollahi sagte der Internationalen Kampagne für Menschenrechte im Iran, seine Frau sei ins Evin-Gefängnis in Teheran gebracht worden. Die Fotografin hatte in dem Ministerium einen Termin, bei dem ihr beschlagnahmte private Gegenstände zurückgegeben werden sollten. Abdollahi kritisierte die „unerwartete Festnahme“ und betonte, die Vorwürfe gegen seine Frau seien „unklar“.

Motalebzadeh, die sich auch als Frauenrechtlerin engagiert, hatte im Oktober mit zwanzig weiteren Aktivistinnen an einem Workshop zur Förderung der Frauen in Georgien teilgenommen. Nach ihrer Rückkehr hatten Sicherheitsbeamte ihre Wohnung durchsucht und private Gegenstände sowie Dokumente beschlagnahmt. Dem Durchsuchungsbefehl zufolge wurde die Fotografin „antirevolutionärer Aktivitäten“ und der Zusammenarbeit mit der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ verdächtigt. Einige Tage nach der Durchsuchung wurde Motalebzadeh im Informationsministerium mehrere Stunden lang zu dem Workshop in Georgien verhört.

Motalebzadeh arbeitet seit Jahren als Fotografin für Zeitungen und Magazine, unter anderem für das Frauenmagazin Zanan. Daneben setzt sie sich für Frauenrechte im Iran ein. 2006 unterstützte sie die erfolgreiche Kampagne „Eine Million Unterschriften“, die sich gegen frauendiskriminierende Gesetze richtete.

(fh)