Erneut 39 Festnahmen nach Januar-Protesten
Das iranische Geheimdienstministerium hat am Montag, dem 19. Oktober, die Festnahme von 39 Menschen in der Provinz Qazvin bekannt gegeben. Ihnen wird vorgeworfen, während der Proteste im Januar 2026 an Brandanschlägen und Plünderungen beteiligt gewesen zu sein. Die Anschuldigungen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nach Darstellung des Ministeriums waren die Beschuldigten in acht Gruppen organisiert und handelten im Auftrag der USA und Israels. Sie sollen Wohnhäuser, Einkaufszentren, Banken, Fahrzeuge und eine Tankstelle in Brand gesetzt sowie Geschäfte und Regierungsgebäude geplündert haben. Zehn der Festgenommenen wird außerdem vorgeworfen, mehrere Basij-Milizionäre getötet zu haben, als diese einen Brandanschlag auf eine Tankstelle verhindern wollten. Die genaue Anzahl der dabei Getöteten nannte das Ministerium nicht.
Bei den Festgenommenen seien Schuss- und Stichwaffen sowie alkoholische Getränke sichergestellt worden, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Ihre Namen und die Zeitpunkte ihrer Festnahmen wurden nicht veröffentlicht.
Die Protestwelle in Iran hatte Ende Dezember 2025 angesichts der Wirtschaftskrise begonnen und sich rasch zu landesweiten Demonstrationen gegen die Islamische Republik ausgeweitet. Sicherheitskräfte schlugen die Proteste gewaltsam nieder. Amnesty International zufolge wurden allein am 8. und 9. Januar Tausende Protestierende und Unbeteiligte getötet.
Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA dokumentierte für die ersten 50 Tage der Proteste insgesamt 7.007 Todesopfer, darunter 6.488 Erwachsene und 236 Minderjährige. Zu den übrigen Getöteten zählten unbeteiligte Zivilpersonen und Angehörige staatlicher Kräfte. Die iranischen Behörden hatten im Januar 3.117 Tote gemeldet. Eine gesicherte Gesamtbilanz liegt nicht vor.♦
