Weiterer Demonstrant hingerichtet
Die iranische Justiz hat am Sonntag, den 23. August 2026, einen weiteren Teilnehmer der Proteste vom Jahresbeginn hingerichtet. Der Demonstrant Majid Adineh war am 9. Januar im Gebiet Mohammadshahr bei Karaj nordwestlich von Teheran festgenommen worden und wurde wegen seiner Beteiligung an den regimekritischen Massenprotesten zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde nach Angaben der Justiz am Sonntagmorgen nach der Bestätigung durch den Obersten Gerichtshof vollstreckt.
Adineh wurde unter anderem wegen „Kriegsführung gegen Gott“, Brandstiftung sowie „Versammlung und Verabredung zu Straftaten gegen die innere Sicherheit“ verurteilt. Zudem warf ihm die Justiz „operative Aktivitäten“ zur Unterstützung der USA und Israels sowie „Zusammenarbeit mit feindlichen Gruppen“ vor. Bei seiner Festnahme sollen laut Behörden ein Revolver, Munition, zwei Elektroschocker, Tränengaskanister, eine Akku-Kettensäge und eine Flasche Benzin bei ihm sichergestellt worden sein.
Adineh bestritt diese Anschuldigungen. Die von der Justiz aufgestellten Behauptungen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Hinrichtung ist Teil einer größeren Welle staatlicher Repression gegen die Protestbewegung. Die Ende Dezember 2025 begonnenen Demonstrationen gegen die wirtschaftliche Lage in Iran weiteten sich zu landesweiten Protesten gegen die iranische Führung aus und erreichten am 8. und 9. Januar 2026 ihren Höhepunkt. Menschenrechtsorganisationen berichten von Tausenden Toten und zahlreichen Verhaftungen.
Nach China vollstreckt Iran weltweit die meisten Todesurteile: Die Organisation Iran Human Rights zählte für 2025 mindestens 1.639 Hinrichtungen, Amnesty International kommt für denselben Zeitraum auf mindestens 2.159.
Mehr als 30 Staaten verurteilten im August die fortgesetzte Hinrichtung von Demonstranten als Mittel zur Unterdrückung politischer Opposition in Iran.♦
Foto: KI-generiert
