Finanzprobleme bei Irans staatlichem Ölkonzern – Bankkonten gesperrt

Die iranische Bank für Industrie und Bergbau hat Konten der National Iranian Oil Company (NIOC) wegen ausstehender Schulden gesperrt. Das berichteten iranische Medien am Freitag, den 7. August, unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Fars.

Zuvor war die Rückzahlung bestimmter Bankverbindlichkeiten des staatlichen Ölkonzerns nach den geltenden Haushaltsbestimmungen aufgeschoben worden. Iranischen Medienberichten zufolge wurde die Frist für deren Rückzahlung bis zum Ende des iranischen Jahres 1405 am 20. März 2027 verlängert.

Zusätzlich belastet ein Streit mit der iranischen Steuerbehörde die Ölgesellschaft. Diese hat NIOC nach Angaben des für Steuerfragen zuständigen Finanzmanagers des Unternehmens, Morteza Rouhi, eine Forderung von 287 Billionen Toman – etwa 1.9 Milliarden Euro – auferlegt. Grundlage seien Transaktionen und Verkäufe des Unternehmens.

Rouhi erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Tasnim, eine Zahlung in dieser Größenordnung sei nicht möglich, da sie im Haushalt des Staatsunternehmens nicht vorgesehen sei. Zudem unterlägen Informationen über iranische Ölexporte staatlichen Geheimhaltungsvorschriften und könnten nicht vollständig gegenüber den Steuerbehörden offengelegt werden.

Hinzu kommen hohe Schulden gegenüber dem iranischen Nationalen Entwicklungsfonds. Dessen Vorsitzender Mehdi Ghazanfari bezifferte die direkten und indirekten Verpflichtungen des Ölministeriums bereits im August 2025 auf mehr als 17 Milliarden US-Dollar. Die Rückzahlung dieser Mittel gilt als Voraussetzung dafür, dass der Fonds neue größere Öl- und Energieprojekte finanziert.

Die finanziellen Schwierigkeiten treffen den wichtigsten Konzern der iranischen Wirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage. Wegen der internationalen Sanktionen haben sich westliche und andere ausländische Investoren weitgehend aus dem iranischen Energiesektor zurückgezogen. Die USA verschärften zuletzt erneut Maßnahmen gegen Netzwerke, über die iranisches Öl verkauft und Sanktionen umgangen werden sollen. (ff)