Illegaler Mohnanbau nimmt drastisch zu

Der illegale Mohnanbau in Iran hat sich innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Laut Mohammad Jamalian, Mitglied des Gesundheits- und Medizinausschusses des iranischen Parlaments, erhöhte sich die Anbaufläche von rund 9.345 Hektar im Jahr 2024 auf etwa 32.000 Hektar 2025 — ein Anstieg von fast 250 Prozent. 

Als Hauptursache nennen Experten und Parlamentarier zwei miteinander verwobene Faktoren: den Mangel an pharmazeutischen Rohstoffen einerseits und die wirtschaftliche Not der Bauern andererseits.

Gleichzeitig treibt die wirtschaftliche Attraktivität des Mohnanbaus Bauern in die Illegalität: Behördlich lizenzierte Alternativen, etwa der Anbau verwandter Pflanzenarten, erzielen keine vergleichbaren Erträge, da aus ihnen kein Opiumsirup gewonnen werden kann. Mohn hingegen verspricht deutlich höhere Gewinne. Der Mohnanbau ist in Iran jedoch streng verboten.

Jamalian bezeichnet die Entwicklung als „sozialen und gesundheitlichen Notstand“, der weit über die Landwirtschaft hinausreiche. Gesundheitssystem und Gesamtwirtschaft würden gleichermaßen belastet, warnt der Parlamentarier.

Nach Angaben iranischer Medien prüft der Landwirtschafts- und Sozialausschuss des Parlaments derzeit Anreizprogramme, die die Bauern zur Rückkehr zum Anbau legaler Nutzpflanzen bewegen sollen. Ziel sei es, fachliche Lösungen zu entwickeln, bevor sich der Trend zu einer breiten gesellschaftlichen Krise ausweite.