Weltweite Forderungen nach sofortiger Freilassung von Narges Mohammadi
Mehrere internationale Organisationen und Persönlichkeiten haben in separaten Erklärungen die sofortige Freilassung der inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi gefordert. Zu den Unterzeichnenden gehören die UN-Untersuchungskommission für Iran, Amnesty International sowie die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado.
Mohammadi war vor einer Woche aufgrund einer massiven Verschlechterung ihres Gesundheitszustands aus einem Gefängnis in der Stadt Zanjan, im Nordwesten Irans, in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert worden. Die Narges-Mohammadi-Stiftung teilte am 7. Mai mit, dass ihr Zustand weiterhin instabil sei und die Sorge um ihre Herzgesundheit ernsthaft zugenommen habe.
Die Stiftung verurteilte, dass eine Verlegung nach Teheran bisher nicht stattgefunden hat. Während Familie und Ärzt*innen eine sofortige medizinische Behandlung in der Hauptstadt fordern, lehne der Staatsanwalt von Teheran diese Verlegung Berichten zufolge weiterhin ab.
Die UN-Untersuchungskommission betonte in ihrer Stellungnahme, dass Mohammadis Haft ausschließlich das Ergebnis ihres menschenrechtlichen Engagements sei, und forderte ihre sofortige und bedingungslose Freilassung. Amnesty International warf den iranischen Behörden vor, Mohammadi „vorsätzlich“ eine angemessene medizinische Behandlung zu verweigern. Dies komme Folter gleich und bringe ihr Leben in Gefahr.
Zuvor hatten sich bereits die UNESCO sowie die US-Organisation Freedom House besorgt über Mohammadis Gesundheitszustand geäußert und die Behörden aufgefordert, ihren Pflichten gegenüber Gefangenen nachzukommen.
Narges Mohammadi ist im Dezember vergangenen Jahres während der Beerdigung des Menschenrechtsanwalts Khosrow Alikordi in Mashhad festgenommen und anschließend zum wiederholten Mal verurteilt worden. Ihr Anwalt gab im Februar bekannt, dass Mohammadi zu siebeneinhalb Jahren Haft sowie einem Ausreiseverbot und einer Verbannung verurteilt wurde.
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