Internet in Iran weiterhin blockiert – Wirtschaftliche Schäden steigen dramatisch

Trotz des verkündeten Waffenstillstands zwischen Iran, den USA und Israel bleibt der öffentliche Internetzugang in Iran weiter blockiert. Laut Netblocks, einer unabhängigen internationalen Organisation, die weltweit Internetabschaltungen, Netzwerkstörungen und digitale Zensur in Echtzeit überwachtd, auert die Abschaltung nunmehr 42 Tage (984 Stunden) an und stellt einen weltweiten Rekord hinsichtlich Dauer und Vollständigkeit dar.

Die Einschränkung trifft nicht nur den Alltag der Bevölkerung, sondern hat auch gravierende wirtschaftliche Folgen. Basierend auf früheren offiziellen Schätzungen belaufen sich die Verluste für die digitale Wirtschaft auf rund 110 Millionen Euro für die Gesamtwirtschaft auf etwa 1.1 Milliarden Euro. Experten warnen, dass die Unterbrechung weit über digitale Unternehmen hinaus Störungen in Handel, Transport, Produktion und Finanztransaktionen verursacht.

 

Bereits während der vorherigen Internetsperren im Januar waren etwa 10 Millionen Arbeitsplätze im digitalen Sektor gefährdet. Die aktuelle Situation verschärft Unsicherheit, führt zu Preisanstiegen für VPN-Zugänge, Entlassungen und Verzögerungen bei Lohnzahlungen. Beobachter kritisieren zudem die ungleiche Internetnutzung: Behörden, Militär und regierungsnahe Akteure haben weiterhin uneingeschränkten Zugang, während die Bevölkerung massive Einschränkungen hinnehmen muss.

Wirtschaftsberichte deuten zudem auf stagnierende Projekte, steigende Rohstoffpreise und Arbeitslosigkeit in mehreren Sektoren hin. Ökonomen warnen, dass die Internetabschaltung die bereits fragile Wirtschaft zusätzlich belastet und die Fähigkeit von Menschen und Unternehmen, auf die Krise zu reagieren, stark einschränkt.