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Schlagabtausch mit Israel

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagt, Israels Armee habe dem Iran in Syrien schwere Schäden zugefügt. Irans Revolutionsgarde droht Israel mit Raketenangriffen. Die Russen schweigen. Gibt es bald eine neue Eskalation der Gewalt in Syrien?  mehr »

Von Arnold Hottinger

Das Hin und Her zwischen Syrien und Israel vom letzten Sonntag gegen vier Uhr morgens bis in den Mittag hinein verlief, soweit wir heute wissen, folgendermaßen: Eine Drohne, nach israelischen Aussagen iranischer Herkunft (Teheran nennt diese Behauptung „lächerlich“), wurde aus dem Raum von Palmyra gestartet. Sie drang bis nach Israel ein und wurde dort durch einen Helikopter der israelischen Luftwaffe abgeschossen.

Die Israeli beantworteten die Verletzung ihrer Grenzen, indem sie aus der Luft die Plattform angriffen, von der aus die Drohne ihrer Ansicht nach lanciert worden war. Es soll sich um eine mobile iranische Einrichtung im Umfeld der Wüstenstadt Palmyra gehandelt haben, tief im Innersten Syriens. Die Israeli stießen auf heftiges Feuer der syrischen Luftabwehr. Dabei scheint ein israelisches Kriegsflugzeug getroffen worden zu sein. Über Nordisrael stürzte der Jet ab. Seine beiden Piloten konnten mit Fallschirmen abspringen. Beide befinden sich in einem israelischen Spital, einer soll schwere Verletzungen erlitten haben.

Wo genau über Syrien der Jet getroffen wurde, ist nicht klar. Wenn es im Verlauf des Angriffs auf die Drohnen-Startrampe geschah, so wäre es erstaunlich, dass das angeschossene Flugzeug den langen Weg von Palmyra bis nach Nordisrael zurücklegen konnte, bevor es abstürzte.

Israels „großangelegter Gegenschlag“

Die israelische Luftwaffe hatte den syrischen Schlag umgehend beantwortet, indem sie einen „groß angelegten“ (large scale) Gegenschlag durchführte. Nach israelischer Darstellung wurden zwölf Ziele angegriffen. Davon seien vier „iranische“ Ziele gewesen und vier weitere syrische Luftabwehrbatterien. Syrische Oppositionsquellen erwähnen auch den Kontrollturm eines syrischen Militärflughafens nah bei Damaskus und ein Munitionsdepot. Das syrische Fernsehen sprach von einem israelischen Angriff, ohne mitzuteilen, ob er zu Verlusten an Mannschaften geführt habe.

Eine iranische Drohne, hergestellt von der heimischen Industrie

Eine iranische Drohne, hergestellt von der heimischen Industrie

 

Nach dem vorausgegangenen Abschuss des israelischen Jets behaupteten die syrischen Armeesprecher, mehrere israelische Flugzeuge seien getroffen worden. Die Russen äußerten sich vorsichtig zu den Vorkommnissen. Sie betonten, die Souveränität aller Staaten müsse respektiert werden, und sie fügten hinzu, wenn es zu Verlusten unter den russischen Militärs kommen sollte, wäre dies „inakzeptabel“.

Die Russen wussten Bescheid

Es ist bekannt, dass eine Telefonverbindung zwischen den israelischen Offizieren und ihren russischen Kollegen auf der russischen Basis von Khneimin existiert, und die israelischen Kommentatoren nehmen an, dass die Russen über diese Notlinie informiert wurden. Das russische Radarnetz überdeckt ganz Syrien und reicht bis tief in den israelischen Raum hinein, so dass man anzunehmen hat, dass die Russen alle Vorgänge laufend verfolgen konnten. Sie haben jedoch nicht selbst eingegriffen.

Die israelischen Kommentatoren schließen aus diesem Sachverhalt, dass die Russen es Asad überlassen, auf Zusammenstöße mit Israel zu reagieren, und dass sie solange nicht direkt eingreifen werden, wie ihre Truppen dabei nicht zu Schaden kommen. Jedoch, so merken manche der Beobachter an, die Syrer der Asad-Armee haben von den Russen neue Luftabwehrraketen erhalten, und es ist immer denkbar, dass sich bei diesen neuen Waffen auch russische Instruktoren befinden.

Es ist auch ungewiss, ob sich bei der im ersten Gegenschlag der Israeli angegriffenen und nach den Armeeaussagen zerstörten angeblich iranischen Drohnen-Startrampe im Zeitpunkt des Angriffs iranische Soldaten oder Armeetechniker befanden oder nicht.

Iran als Kriegstreiber
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