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Unruhen im Iran Arbeiteraktivistin Gholian erneut verhaftet

Die Arbeiteraktivistin Sepideh Gholian, erst kürzlich auf Kaution aus der Haft entlassen, urde am Samstagabend erneut festgenommen. Bekannt wurde dies wegen der gegenwärtigen massiven Internetstörungen im Iran erst in der Nacht zum Montag. Gholian hatte an einer Protestaktion teilgenommen.

Ein Video in den sozialen Netzwerken zeigt die Arbeiteraktivistin bei einer Protestaktion gegen die Erhöhung der Benzinpreise. Auf einem selbstgemachten Plakat in ihren Händen steht: „Ihr habt das Benzin um das Dreifache verteuert. Habt ihr unsere Löhne auch erhöht?“ Kurz darauf soll sie zuhause verhaftet worden sein.
Die 23-jährige Studentin war bereits am 18. November 2018 während eines Arbeiterprotests in der Provinz Chuzestan mit anderen Arbeitern festgenommen worden. Sie wurde gezwungen, im staatlichen Fernsehen ein Geständnis abzulegen. Die Aktivistin berichtete später von Misshandlungen während der Haft. Gholian wurde zu 18 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, kam jedoch Anfang November gegen Kaution vorübergehend frei.
Über die weiteren Inhaftierten beziehungsweise Todesopfer der aktuellen Unruhen gibt es bislang keine offiziellen Angaben. Staatsoberhaupt Ali Khamenei sprach am Sonntag von „einigen Opfern“. Regierungssprecher Ali Rabiee erklärte Montagmittag auf einer Pressekonferenz an, dass während der Unruhen der letzten Tage „einige Polizeibeamten“ ums Leben gekommen seien. Er nannte weder genaue Zahlen noch erwähnte er die zivilen Opfer. In den sozialen Netzwerken ist von etwa 40 Toten die Rede. (ia)