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Audio-File von Inhaftierter veröffentlicht

In einer am Sonntag von BBC Farsi veröffentlichten Audiodatei berichtet die inhaftierte Arbeiteraktivistin Sepideh Gholian von der „unerträglichen Situation“ im Frauengefängnis Gharchak, 35 Kilometer südöstlich der iranischen Hauptstadt. „Ich habe jeden Abend den Alptraum, dass im Staatsfernsehen neue Verschwörungsvorwürfe gegen mich ausgestrahlt werden könnten“, so Gholian. „Sagt mir, wie kann ich gegen die iranische Justiz klagen, wie kann ich gegen das Staatsfernsehen klagen, das Lügen über mich verbreitet hat?“

Gholian wurde am 6. September zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das Revolutionsgericht wirft ihr und anderen Arbeiteraktivist*innen vor, „fremdgesteuert“ durch „kommunistische Organisationen im Ausland“ Proteste der Arbeiter*innen der Zuckerrohrfabrik Haft Tapeh in der südiranischen Provinz Khuzestan mitgetragen zu haben. Dort war es 2018 zu Streiks gekommen, mit denen die Auszahlung ausstehender Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gefordert worden waren.

Gholian war am 20. Januar in ihrem Elternhaus in der südwestiranischen Stadt Ahwaz zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten festgenommen worden. Sie sei mit einem Kabel ausgepeitscht worden. Schlimmer als die körperliche Misshandlung seien aber die psychischen und sexuellen Beleidigungen im Gefängnis, schrieb sie Anfang Januar.

(fh)