transparent
Iran Journal Logo
Ein Projekt von Transparency for Iran Logo

Drei Frauen inhaftiert

Die Mutter von Mostafa Karim Beigi, der 2009 bei den Protesten gegen die umstrittenen Ergebnissen der iranischen Präsidentschaftswahlen durch einen Kopfschuss getötet wurde, sitzt seit Mittwoch im Teheraner Evin-Gefängnis eine einjährige Haftstrafe ab. Shahnaz Akmali war seit dem Tod ihres Sohnes intensiv mit dessen Aufklärung beschäftigt. Auch die Ehefrauen zweier politischer Gefangener wurden in Haft genommen.

Shahnaz Akmali war im Oktober wegen „Propaganda gegen das Regime und Irreführung der öffentlichen Meinung“ zu der Freiheitsstrafe verurteilt worden. Laut dem Urteil darf sie weder das Land verlassen noch sich politisch engagieren oder in sozialen Netzwerken aktiv sein. Trotzdem hatte Akmali Ende Dezember zu einer Kundgebung zum Gedenken an die Opfer der Unruhen im November 2019 aufgerufen. Ihren Aufruf zog sie unter dem Druck der Sicherheitsbehörden allerdings zurück.

Die Sicherheitskräfte hätten ihre Mutter bereits am Dienstag abholen wollen, berichtete Akmalis Tochter am Dienstag auf Twitter. Sie sei jedoch nicht zuhause gewesen. Akmali twitterte am Mittwoch Bilder von sich vor dem Gefängnis und schrieb dazu: „Ich bin eine Mutter und wurde wegen der Suche nach Gerechtigkeit verurteilt, wegen der Wiederholung einer einfachen Frage, die nie beantwortet wurde: Wer hat meinen Sohn getötet?“

Am Mittwoch wurden zudem Fatemeh Maleki, die Ehefrau von Mohammad Nourizad, und Sedighe Maleki Fard, die Ehefrau von Hashem Khastar, verhaftet. Sie verlangten seit Mittwochmorgen mit einem Sitzstreik vor dem Islamischen Revolutionsgericht in der nordwestiranischen Metropole Mashhad die Freilassung ihrer Ehemänner.

Mohammad Nourizad, Kritiker von Staatsoberhaupt Ali Khamenei, und Hashem Khastar, Chef des Lehrerverbands der Stadt Mashhad, hatten im Frühjahr mit 12 anderen politischen Aktivisten in einem offenen Brief den Rücktritt Khameneis gefordert. Mehrere Unterzeichner des Briefes wurden seither festgenommen. Einige von ihnen sitzen bereits seit fünf Monaten in Untersuchungshaft.

Fatemeh Maleki hatte kürzlich in einer Audiodatei über den bedrohlichen Zustand ihres Ehemannes berichtet. Er befindet sich zur Zeit aus Protest gegen seine Haftumstände in einem Hungerstreik.

Zur Startseite