Todesurteil gegen Januar-Demonstranten vollstreckt

Die iranische Justiz hat am Mittwoch den 38-jährigen Bergsteiger und Musiker Ali-Sina Mostafavi im Zentralgefängnis von Kerman hingerichtet. Ihm wurden bewaffnete Angriffe und Schüsse auf Zivilisten zur Last gelegt. Am Vortag hatten Menschenrechtsorganisationen vor der unmittelbar bevorstehenden Vollstreckung des Urteils gewarnt.

Mostafavi war bei den Protesten im Januar 2026 festgenommen worden. Wie die Organisation Dadban mitteilte, wurde er kurz vor der Vollstreckung in Einzelhaft verlegt; seine Familie sei zu einem letzten Besuch eingeladen worden. Andere Gruppen berichten, er sei zu einem Geständnis gezwungen worden. Die Justiz erklärte, der Oberste Gerichtshof habe das Todesurteil bestätigt. Einzelheiten zum Verfahren oder Belege für die Vorwürfe nannte sie in ihrer Mitteilung nicht.

Dem Urteil zufolge soll Mostafavi bei Protesten in Kerman auf Zivilisten und Wehrpflichtige geschossen haben. Außerdem soll er während des Krieges gegen die USA und Israel Aufnahmen von Einschlagstellen an  persischsprachige Medien im Ausland übermittelt haben. Zudem sahen die Behörden Verbindungen zu monarchistischen Gruppierungen.

Der Fall fällt in eine Phase wachsender internationaler Kritik: Vor dem UN-Menschenrechtsrat verurteilten 46 Staaten den zunehmenden Einsatz der Todesstrafe in Iran, vor allem im Zusammenhang mit den Januarprotesten. Menschenrechtler kritisieren seit Langem unfaire Verfahren und Todesurteile auf Grundlage erzwungener Geständnisse.♦