Drei weitere Hinrichtungen nach Januar-Protesten in Iran
In Iran sind drei weitere Personen hingerichtet worden, die im Zusammenhang mit den Protesten vom Januar 2026 festgenommen worden waren. Das berichteten staatliche Medien unter Berufung auf die Justiz. Die Exekutionen fanden demnach in der Stadt Mashhad statt.
Laut der zur Justiz gehörenden Nachrichtenagentur Mizan wurden Mehdi Rasouli und Mohammadreza Miri als „direkte Täter“ bei der Tötung des Polizeibeamten Hamidreza Yusefinejad angeklagt sowie der Zusammenarbeit mit dem israelischen Geheimdienst Mossad beschuldigt. Der dritte Hingerichtete, Ebrahim Dolatabadi, wurde in staatlichen Medien als einer der „Rädelsführer der Unruhen“ sowie „Gewalttäter“ im Mashhader Stadtteil Tabarsi bezeichnet.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw war Dolatabadi Vater von zwei Kindern im Alter von 9 und 14 Jahren. Er sei während der Proteste auf dem Tabarsi-Platz in Mashhad festgenommen worden. Zeitgleich wurden auch seine beiden Brüder, Vahid und Esmail, und sein minderjähriger Sohn zeitweise verhaftet.
Offizielle Informationen zum Verlauf der Gerichtsverfahren, zu der Frage eines unabhängigen Rechtsbeistands sowie den Verteidigungsmöglichkeiten der Angeklagten liegen nicht vor. Auch unabhängige Berichte von Menschenrechtsorganisationen zu den Verfahren fehlen bislang.
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen den USA, Israel und der Islamischen Republik hat sich das Tempo der Hinrichtungen in Iran deutlich erhöht, insbesondere bei Personen, die im Zusammenhang mit den Januar-Protesten festgenommen wurden. Nach Angaben des Menschenrechtsaktivisten Kaveh Kermanshahi sind zwischen dem 18. März und dem 12. Mai mindestens 24 Gefangene unter politischen oder „sicherheitsbezogenen“ Vorwürfen hingerichtet worden. Darunter befanden sich zehn Personen aus dem Umfeld der Januar-Proteste. Neun Personen wurde die Mitgliedschaft in oder Zusammenarbeit mit der oppositionellen Partei der Volksmujaheddin vorgeworfen, einer Person Verbindungen zur Gruppe Jaish al-Adl, vier weiteren Spionage für Israel.
Die hohe Zahl der Hinrichtungen mit politischen und sicherheitsbezogenen Vorwürfen in einem so kurzen Zeitraum gilt laut Kermanshahi als beispiellos seit den 1980er Jahren und hat die Besorgnis über eine weitere Eskalation verstärkt. Zugleich wies der iranische Justizchef Gholamhossein Mohseni-Ejei Kritik an der Praxis scharf zurück.
