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Atomdeal hilft dem Iran aus der Rezession

Ein Jahr nach der Umsetzung des Atomabkommens werden im Iran erste Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs sichtbar. Der internationale Währungsfond kündigt das Ende einer atemberaubenden Rezession an. Neue Sanktionen könnten die Hoffnung jedoch zunichte machen. mehr »

Im Jahr 2016 verzeichneten Experten des Internationalen Währungsfonds IWF in einer Analyse der iranischen Wirtschaftslage ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 4,5 Prozent für 2016/17. Grund dieses verhältnismäßig starken Wachstums ist die Aufhebung der internationalen Sanktionen, die erhöhte Förderung und wachsende Exporte von Erdöl nach sich zog. Die Inflationsrate, die im letzten Amtsjahr des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad noch um 40 Prozent lag, sank 2016 auf 9,5 Prozent, so die IWF-Experten.

Für das laufende Jahr prognostiziert der IWF ein Wachstum von 3,3 Prozent aufgrund der von der Organisation erdölexportierender Länder OPEC festgelegten Exportrate für die Mitgliedsstaaten.

Neue Sorgen

Der von den Petrodollars abgekoppelte Teil der iranischen Wirtschaft jedoch hinkt diesem Aufschwung nach wie vor hinterher. Er wuchs vergangenes Jahr nur um 0,9 Prozent. Auch spüre die Bevölkerung die positiven Folgen des Wirtschaftswachstums noch nicht, so der IWF.

Sollten die USA neue Sanktionen gegen den Iran verhängen – etwa wegen des Raketenprogramms -, könnten diese unter anderem dem internationalen Bankengeschäft des Landes neue Probleme bereiten. Dieses hat sich von den Folgen der internationalen Sanktionen noch nicht vollständig erholt.

Dieses Foto kursiert seit Sonntag, den 24. November, in der persischsprachigen Internetgemeinde. Es zeigt den iranischen Außenminister M. Javad Sarif (li.) und seinen US-amerikanischen Amtskollegen John Kerry beim Händeschütteln nach der "historischen Einigung" zwischen dem Iran und dem Westen zur Lösung des Atomkonflikts -. Foto: Fararu.com

Irans Außenminister M. Javad Sarif (li.) und sein US-amerikanischer Amtskollege John Kerry beim Händeschütteln nach der „historischen Einigung“ zwischen dem Iran und dem Westen zur Lösung des Atomkonflikts -. Foto: Fararu.com

Auch könnte die neue US-Regierung unter Donald Trump einen Kurswechsel gegen die Islamische Republik in Betracht ziehen. Die regionalen Rivalen des Iran, Saudi Arabien und Israel, die gute Beziehungen zu Washington pflegen, plädieren für die Erhöhung des Drucks auf Teheran. Präsident Trump hat das Atomabkommen mit dem Iran bereits mehrmals als “schlechten Deal” kritisiert und von weiteren Sanktionen gegen Teheran gesprochen. Sollte seine Regierung eine solche Politik tatsächlich verfolgen, hätte dies negative Auswirkungen auf die sich langsam erholende Wirtschaft des Iran.

“Die Aufhebung der internationalen Sanktionen und die umfangreichen Reformprogramme der iranischen Regierung haben den Weg zu den wirtschaftlichen Vorteilen geebnet”, so der Iraner Jafar Mojarrad, Mitglied im Direktorium des Internationalen Währungsfonds. Die undurchschaubare Politik der US-Regierung bezüglich der Islamischen Republik halte jedoch große internationale Geldhäuser von Investitionen im Iran ab und erschwere den Handel mit dem Land, so der Experte.

Schaden durch Sanktionen

Laut dem IWF sind durch die Sanktionen seit 2011 185 Milliarden US-Dollar (mehr als 176 Milliarden Euro) weniger in die iranische Staatskasse geflossen. Auch der Fall des Ölpreises von über 100 Dollar pro Barrel in den vergangenen Jahren auf etwa 30 Dollar pro Barrel im Januar 2016 hat die Deviseneinnahmen des Iran um 165 Milliarden Dollar (mehr als 157 Milliarden Euro) reduziert.

Der Preis des iranischen Öls ist mittlerweile auf den internationalen Märkten auf etwa 50 Dollar pro Barrel gestiegen. Nichtsdestotrotz können die Einnahmen die finanziellen Lücken des Landes nicht schließen. Die islamische Republik ist nach wie vor dringend auf Investitionen aus dem Ausland angewiesen.

  Aus dem Persischen und überarbeitet von IMAN ASLANI

Quelle: DW Persian