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Iran will UNESCO-Bildungsagenda nicht mehr umsetzen

Der Rat der iranischen Kulturrevolution hat am Dienstag entschieden, die UNESCO-Bildungsagenda nicht mehr umzusetzen. Stattdessen soll künftig die Agenda „Neuordnung im Bildungswesen“ durchgeführt werden. Bei der Sitzung des Rats war auch Präsident Hassan Rouhani anwesend. Details über die neue Agenda wurden bisher nicht veröffentlicht. Am Nachmittag teilte Regierungssprecher Mohammad Bagher Noubakht mit, dass das Budget des Bildungsministeriums für die Umsetzung der neuen Agenda aufgestockt wurde.

Die globale Bildungsagenda (Bildung 2030) der UNESCO wurde 2015 verabschiedet. Darin erklären die Unterzeichner unter anderem, den Zugang zu Bildung für alle Kinder und Menschen unabhängig von Geschlecht und Religion zu sichern. Die Bildungsagenda ist Teil der siebzehn UNO-Nachhaltigkeitsziele, die die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung bilden.

Auf Kritik der Hardliner im Iran war vor allem die Gleichstellung der Geschlechter gestoßen. Die UNESCO-Bildungsagenda will „Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen“. Das sei gegen die islamischen Normen, behaupten die Islamisten.

Während das Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei dieAgenda scharf kritisierte, hatte Rouhanis Regierung Pläne für deren Realisierung vorgelegt.

Am Dienstag stimmten auch im iranischen Parlament 151 Abgeordnete für die Ablehnung der Agenda. Der Abgeordnete Mohammad Hossein Farhangi sagte, die Agenda sei ohne die Zustimmung des Parlaments angenommen worden und daher nicht legitim.

Seit einigen Wochen sorgte die Agenda 2030 für heftigen Streit zwischen dem religiösen Führer des Iran und der Regierung. Die UNESCO habe kein Recht, für andere Nationen zu entscheiden, sagte Ayatollah Ali Khamenei Anfang Mai.

Seit der islamischen Revolution vor 38 Jahren versuchen die Machthaber im Iran, die Verbreitung „westlicher Werte und Kultur“ zu verhindern. In diesem Rahmen schränkte Khamenei bereits im Jahr 2015 die Aktivitäten der UNESCO im Iran ein.

(fh)