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Streit zwischen Außenminister und Abgeordnetem

Im Ausschuss für nationale Sicherheit und Außenbeziehungen des iranischen Parlaments gerieten am Sonntag Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif und der Abgeordnete Javad Karimi Ghodousi aneinander.Zarif war zu der Kommissionssitzung eingeladen, um die Fragen der Abgeordneten zu der Atomvereinbarung in Lausanne zu beantworten. Dabei stellte Karimi Ghodousi die Punkte des Abkommens, bei denen es um die Atomanlagen Natanz und Fardo geht, infrage. Der Abgeordnete warf dem Außenminister vor, er sei auch vom religiösen Oberhaupt des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, deshalb kritisiert worden. Zarif beschuldigte den Parlamentarier daraufhin, „Lügen“ zu verbreiten. Der Abgeordnete sei bei der diesbezüglichen Besprechung mit dem Ayatollah nicht dabei gewesen. Teilnehmer der Kommissionssitzung berichteten von einer „regelrechten Brüllerei“. Zarif sei kurz davor gewesen, die Sitzung zu verlassen.

Der Sicherheitsdienst habe deshalb Journalisten und alle anderen Anwesenden außer den Abgeordneten aufgefordert, die Sitzung unverzüglich zu verlassen, berichtet das persischsprachige Nachrichtenportal Tabnak.

Wann das erwähnte Treffen zwischen Zarif und Khamenei stattgefunden haben soll, geht aus den Berichten nicht hervor. Seit der Rückkehr der iranischen Atomunterhändler hat sich Irans Staatsoberhaupt Ayatollah Khamenei nicht öffentlich zu dem in Lausanne geschlossenen Atomabkommen geäußert. Stattdessen versprach der gemäßigte Präsident Hassan Rouhani in einer Fernsehansprache am 3. April die Einhaltung der Vereinbarung und bezeichnete sie als ersten Schritt auf dem Weg zur Versöhnung mit der Welt.

(fh)