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Razzia gegen Facebook-Aktivisten

12 Facebook-Aktivisten wurden in der vergangenen Woche im Iran verhaftet,  24 weitere zu Verhören einbestellt. Die Aktion wurde unter dem Namen „Spinnennetz“ von der iranischen Cyberpolizei „Revolution Guard Cyber Defense Command“ (RCDC) durchgeführt, die der iranischen Revolutionsgarde angehört. Das berichtete die Webseite der Revolutionsgarde am Montag. Alle Inhaftierten seien männlich und in Teheran und den nordiranischen Provinzen Gilan und Mazandaran verhaftet worden. Das Durchschnittsalter der Festgenommenen liege bei 25 Jahren, so die Garde-Webseite.

Insgesamt seien für die Aktion 350 Facebook-Seiten ausgewertet worden. 130 davon seien inzwischen von der Cyber-Garde blockiert worden, teilte der Experte für virtuelle Angelegenheiten der paramilitärischen Revolutionsgarde, Mostafa Alizadeh, in einem Interview im iranischen Staatsfernsehen mit. Den Inhaftierten werde „Missachtung der islamischen Werte“ sowie die Veröffentlichung „freizügiger und unmoralischer“ Fotos vorgeworfen.

Erst vor kurzem hatte das oberste Gericht des Iran in zweiter Instanz Haftstrafen von insgesamt 133 Jahren gegen acht Personen bestätigt, die verschiedene Facebook-Seiten erstellt hatten. Die Freiheitsstrafen liegen jeweils zwischen elf und 21 Jahren.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind seit den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 verboten. Trotzdem haben viele Politiker wie etwa der Außenminister, der Staatspräsident und auch Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei selbst, eigene Facebook-Seiten. Millionen privater UserInnen umgehen die Internet-Sperren mit Anti-Filter-Programmen.

(fh)