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Kellnern für Frauen verboten

Das iranische Ordnungsamt hat die Beschäftigung von Frauen als Kellnerinnen in Cafés und traditionellen iranischen Teehäusern verboten. Das meldeten iranische Nachrichtenagenturen am Sonntag. Zwar dürften Frauen weiterhin Lizenzen als Eigentümerinnnen von Cafés erteilt werden, so der Leiter des Ordnungsamtes, Khali Halali. Servieren dürfen sie dort aber nicht mehr. Frauen können allerdings nach wie vor in den Küchen arbeiten.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur ILNA hat der iranische Jurist Nemat Ahmadi diese Entscheidung scharf kritisiert. Es gebe keinen Paragrafen, der Frauen den Kellnerinnenberuf verbieten würde, so Ahmadi. Außerdem sei das Ordnungsamt rechtlich nicht befugt, solche Anweisungen zu erteilen. Iranische Frauenrechtlerinnen bezeichneten den Erlass als diskriminierend und Missachtung der Gleichberechtigung von Frauen.

In der vergangenen Monaten wurde der Druck auf berufstätige Frauen im Iran enorm verstärkt. Im Mai hatte der Teheraner Bürgermeister Mohammad Bagher Ghalibaf den Befehl erlassen, unter den Beschäftigten der Stadtverwaltung Geschlechtertrennung einzuführen. Arbeitsplätze von Männern und Frauen sollen räumlich getrennt werden, Leitungskräfte möglichst nur männliche Assistenten und Bürokräfte beschäftigen. Es sei aus religiöser Sicht nicht angebracht, wenn Frauen mehr Zeit mit fremden Männern als mit ihren Ehemännern verbrächten, so die Begründung des Bürgermeisters.

(fh)