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Abkommen zum Status des Kaspischen MeeresRege Kritik im Internet

Die Regierungschefs der fünf Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres – Iran, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan und Russland – haben sich nach mehrjährigen Verhandlungen über den Status des größten Binnensees der Erde geeinigt. Die wichtigste Frage nach den Ansprüchen auf die Öl- und Gasschätze unter dem Meeresboden bleibt allerdings offen.

Darüber müsse weiter verhandelt werden, sagte Irans Präsident Hassan Rouhani. Vorerst sollen die Nachbarstaaten diese Frage „nach Grundsätzen des internationalen Rechts“ untereinander klären.

Das am Sonntag in der kasachischen Stadt Aktau unterzeichnete Abkommen regelt Grenz-, Handels- und Sicherheitsfragen und verbietet Drittstaaten, das Kaspische Meer militärisch zu nutzen. Das hatte vor allem Russland gefordert.

Während die Unterzeichner das Vertragswerk als historisch und gewinnbringend für alle bezeichnen, ist die Mehrheit der iranischen InternetnutzerInnen unzufrieden: „Unsere Gewässer im Norden werden an die Russen verkauft, unsere Gasfelder im Süden an die Chinesen“, „Ausverkauf des Kaspischen Meeres durch die Islamische Republik“, „Russland wird bevorzugt, um die amerikanischen Sanktionen zu überstehen“, lauten Kommentare im Netz.

Andere plädieren für Besonnenheit: „Kennt Ihr alle den Vertragstext, dass Ihr so selbstbewusst darüber sprecht?“ „Nur weil die Ayatollahs Verbrechen begangen haben, heißt es nicht, dass sie bei so einem wichtigen Vertrag den Iran verraten!“ In der Tat gibt es nur bei wenigen der kritischen Kommentaren Hinweise auf den Inhalt des Abkommens.

Der Iran besitzt 657 Kilometer der Küste des Kaspischen Meeres im Norden des Landes, Aserbaidschans gehören 820 Kilometer, Kasachstan 1.900 Kilometer, Russland 1.355 Kilometer und Turkmenistan 1.768 Kilometer. (fp)