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Kampagne zum Schutz der iranischen Musik

Iranische Musiker haben bei einem Treffen im „Haus der Musik“ in Teheran eine Kampagne zum Kampf gegen staatliche Einschränkungen ins Leben gerufen. Das meldete die Nachrichtenagentur ISCA NEWS am Montag. Unterstützt wird die Kampagne vor allem durch Prominente aus der traditionellen iranischen Musikszene wie Shahram Nazeri, Alireza Ghorbani, Houshang Kamkar und Salar Aghili. Die staatlichen Einschränkungen hätten zugenommen, obwohl dies mit dem Amtsantritt des gemäßigten Präsidenten Hassan Rouhani nicht zu erwarten gewesen sei, sagte der Geschäftsführer des „Hauses der Musik“, Mohammadreza Nourbakhsh. Er kritisierte unter anderem, dass nach wie vor Solo-Auftritte von Frauen verboten seien. In der Islamischen Republik Iran dürfen Frauen nur in Chören oder Ensembles öffentlich singen.

Auch Verbote von Konzerten durch die Behörden haben in den vergangenen zwei Jahren zugenommen. Allein 2014 wurden 20 Musikveranstaltungen von staatlichen Verantwortlichen abgesagt, obwohl sie alle die benötigte Genehmigung des Kulturministeriums erhalten hatten.

Zuletzt sorgte die Absage eines Konzerts Alireza Ghorbanis, Sänger traditioneller iranischer Musik, für heftige Debatten. Der Staatsanwalt der Kleinstadt Chenaran, Majid Ashragh, hatte die Verantwortlichen aufgefordert, das Konzert in der Stadt Golbar am 28. Februar zu verhindern. Dabei bezog sich Ashragh auf die Ablehung der Musikveranstaltung durch den Freitagsprediger der Stadt. Außerdem, so der Staatsanwalt, würde die Veranstaltung der Kultur der Bevölkerung widersprechen. Der Rechtsberater des „Hauses der Musik“, Kaveh Rezwani Rad, bezeichnete das Vorgehen als gesetzeswidrig. Zudem kritisierte Rezwani Rad das Kulturministerium. Die Verantwortlichen sollten die von ihnen erteilten Auftrittsgenehmigungen auch schützen können, forderte er.

(fh)