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Tod nach Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs

Am Sonntag ist die Leiche von Zahra Navidpour nahe dem Haus ihrer Eltern in der Stadt Malekan in der iranischen Provinz Ost-Aserbaidschan aufgefunden worden. Das meldete das persischsprachige Nachrichtenportal Human Rights Activists News Agency (HRANA). Wie es zu dem Tod der 28-Jährigen kam, ist bislang unklar.

Navidpour befand sich in einem Rechtsstreit mit dem iranischen Abgeordneten Salman Khodadadi, in dessen Büro sie gearbeitet hatte und dem sie vorwarf, sie sexuell missbraucht zu haben. Zum Beleg hatte sie einige Dokumente sowie Audio-Dateien veröffentlicht und nach eigener Aussage beim Staatsanwalt von Malekan Anzeige gegen den Abgeordneten erstattet und im Juni 2018 eine Beschwerde über ihn beim Wächterrat und dem Aufsichtsrat des Parlaments eingereicht. Khodadadi vertritt die Stadt Malekan im Parlament und ist Mitglied der Kommission für gesellschaftliche Angelegenheiten.

Navidpour soll immer wieder von Khodadadi unter Druck gesetzt worden sein, ihre Anzeige zurückzuziehen. Sie habe sogar Morddrohungen bekommen, berichtet HRANA. Auf ihrer Facebook-Seite hatte sie geschrieben, von Unbekannten schikaniert und mit einer Säure-Attacke bedroht worden zu sein.

(fh)