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Tanzvideos als Solidaritätsbekundung

Immer mehr iranische User veröffentlichen auf Instagram und Facebook Tanzvideos, um damit ihre Solidarität mit der in Teheran verhafteten Maedeh Hojbari zu zeigen. Unter dem Motto „Tanze, damit ich mittanze“ filmen sich dabei überwiegend junge Mädchen beim Tanzen zu verschiedenen Liedern mit dem Handy.

Die Festnahme der 17-jährigen Hojbari, die seit Monaten Hunderte Videos auf Instagram postete, in denen sie zu Popmusik tanzt, sorgt für große Empörung. „In anderen Ländern wäre sie für ihre Tanzkünste und ihr Talent gefeiert, nicht verhaftet worden“, so der Tenor vieler Kommentare.

Am Sonntag wurde Hojbari, die auf Instagram an die 600.000 Follower hat, gezwungen, im iranischen Staatsfernsehen Reue zu zeigen. „Ich habe nur für mich getanzt und wollte niemanden dazu bringen, mir das nachzumachen“, hatte die gelernte Sportgymnastin dort erklärt.

Im Iran ist das Tanzen in der Öffentlichkeit für Frauen und Männer seit der islamischen Revolution vor 39 Jahren verboten und wird als Verstoß gegen islamisches Recht und islamische Moral bestraft. Dennoch wagen immer mehr junge Menschen, Tanz- und Gesangsvideos sowie Modelling-Fotos in den sozialen Netzwerken zu präsentieren. (fh)

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