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Tageszeitung verboten

Der Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarde hat gegen die Reformer-Zeitung Ghanoon Anzeige erstattet. Grund ist die Veröffentlichung einer kritischen Reportage über „Teherans großes Gefängnis“. Das Erscheinen der Zeitung sei daraufhin verboten worden, gab Ghanoon am Montag auf ihrer Webseite bekannt. Der Vorwurf laute auf „Verbreitung von Lügen“ und „öffentliche Panikmache“. Von offizieller Seite gab es bislang keine Stellungnahme dazu.

Vergangene Woche hatte der Teheraner Generalstaatsanwalt Abbas Jafari bereits erklärt, die Leitung der Organisation der iranischen Gefängnisse habe gegen die Chefredakteurin der Zeitung, Mahnaz Mazaheri, Anzeige erstattet. Auch Jafari kritisierte die Zeitung und nannte die Reportage „erfunden und erlogen“. Er werde nicht zulassen, dass Zeitungen „alles schreiben, was sie wollen“, betonte Jafari.

Ghanoon, auf deutsch „Gesetz“, hatte in ihrer Ausgabe vom Samstag unter dem Titel „24 verdammte Stunden“ eine Reportage über Teherans großes Gefängnis, das vor einem Jahr südlich der Hauptstadt eröffnete, veröffentlicht. Darin schildert ein ehemaliger Inhaftierter die miserablen Zustände dort. Die Reformer-Zeitung erschien erstmals Ende Oktober 2012. Im Mai 2014 wurde sie bereits einmal verboten und blieb damals für mehr als sechs Monate geschlossen.

(fh)