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Streit über Konzertverbote geht weiter

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat am Montag politische Hardliner kritisiert, die im Namen der Religion für Konzertverbote plädierten. Es könne nicht angehen, dass „über Nacht irgendwelche neuen Entscheidungen im Namen der Religion“ getroffen und damit „gegen das Gesetz gehandelt“ werde, sagte Rouhani laut Berichten von Nachrichtenagenturen. Kein Minister dürfe „wegen zu massiven Drucks einen Rückzieher machen“, so der Regierungschef.

Damit bezog sich Rouhani auf den jüngsten Fall eines Konzertverbots in der iranischen Provinz Khorasan. Dort hatte sich der Freitagsprediger der Pilgerstadt Mashhad, Ahmad Alamolhoda, für ein Konzertverbot ausgesprochen. Seine Begründung: Solche Veranstaltungen widersprächen der „islamischen Kultur der Bevölkerung“. Daraufhin hatte der Staatsanwalt der Provinz ein im August geplantes Konzert des Musikers Salar Aghili untersagt. Die Behörde verhängte zudem für zunächst alle in der Provinz anstehenden Konzerte ein Verbot.

Der Freitagsprediger der Stadt Shiraz, Assadollah Imani, hält dagegen derartige Maßnahmen für falsch. Wenn in Mashhad Konzerte für Muslime als „haram“, also verboten nach islamischen Regeln, eingestuft würden, könne man gleich alle Konzerte im Land verbieten, so Imani.

Das Kulturministerium beugte sich in dem Konflikt bislang den Hardlinern. Erst am Sonntag hatte der iranische Kulturminister Ali Janati gesagt, er würde in dieser Frage den Ansichten von Staatsoberhaupt Ayatollah Seyyed Ali Kahmenei folgen. Verbote von Konzerten durch Behörden haben im Iran in den vergangenen zwei Jahren zugenommen. 2014 waren 20 Musikveranstaltungen von staatlichen Stellen verboten worden, obwohl sie alle nötigen Genehmigungen des Kulturministeriums erhalten hatten.

(fh)