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Streikende mit Warnschüssen bedroht

Bei einem Streik von Zuckerrohrarbeitern in der iranischen Stadt Haft Tapeh soll es am Dienstag zu Warnschüssen von Sicherheitskräften auf die Streikenden gekommen sein. Medienberichten zufolge hatte zuerst ein Sicherheitsbeamter die Arbeiter beschimpft, die daraufhin auf die Beamten losgegangen seien. Diese wiederum hätten dann Warnschüsse abgefeuert. Die Eskalation konnte erst durch andere Einsatzkräfte beendet werden, berichten Nachrichtenagenturen.

Seit mehr als zwei Monaten fordern Arbeiter der Zuckerrohrfabrik ausstehende Löhne ein. Bereits seit drei Tagen protestieren deshalb rund 1.000 Arbeiter vor dem Werk, dessen Leiter ihnen am Montag mit Entlassung drohte. Auch ehemalige Arbeiter der Fabrik sind unter den Demonstranten. Sie fordern von ihrem früheren Arbeitgeber, ausstehende Versicherungsbeiträge in die Sozialkasse einzuzahlen.

In Haft Tapeh in der südiranischen Provinz Khouzestan wird auf etwa 16.000 Hektar Land Zuckerrohr angebaut. Das sind 41 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Region. Aufgrund mangelnder Investitionen ist die Zuckerrohrproduktion im Iran zwischen 2005 und 2009 von 1,2 Millionen Tonnen jährlich auf 450.000 Tonnen zurückgegangen. Seit der Privatisierung der dortigen Zuckerrohrfabrik im Jahr 2015 kommt es immer wieder wegen ausstehender Löhne zu Streiks.

(fh)