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Polizei verhindert RadfahrerInnenkampagne

Die iranische Polizei hat am Dienstag in Teheran eine Radtour im Rahmen einer Radfahrerkampagne unter dem Motto „Dienstags ohne Fahrzeug“ untersagt, berichten Nachrichtenagenturen. Angeblich hätten die VeranstalterInnen keine Genehmigung beantragt, schreibt der Journalist Javad Heidarian auf Twitter. Der Verantwortliche der iranischen Umweltorganisation, Mohammad Darwish, sagt laut der Nachrichtenagentur ISNA, er sei über die Entscheidung der Justiz schockiert. Sie werde eine negative Auswirkung auf die Zivilgesellschaft haben. Darwish erklärte, er werde versuchen, das Problem zu klären, damit die Kampagne nächste Woche wieder fortgesetzt werden kann.

Seit mehreren Wochen wirbt die Umweltschutzorganisation mit der Kampagne unter IranerInnen dafür, ihre Autos für einen Tag stehen zu lassen. Damit wollen sie die HauptstädterInnen zum Kampf gegen die Luftverschmutzung von Teheran mobilisieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei eine solche Aktion verhindert. Im vergangenen Jahr hatten die Sicherheitskräfte in der Stadt Marivan in der iranischen Provinz Kurdistan Frauen verboten, bei der RadlerInnen-Kampagne „Saubere Dienstage“ mitzumachen. Nach heftiger Kritik ließen die Verantwortlichen einen Teil des Stadtparks für weibliche Fahrradfahrerinnen zu.

Es gibt kein Gesetz im Iran, das Frauen das Radfahren verbietet. Doch nach der islamischen Revolution vor 37 Jahren haben sich ultra-konservative Kräfte in der Radfahrfrage häufig durchgesetzt. Mitte August fuhren deshalb Radlerinnen mit Plakaten durch Teheran, die das religiöse Staatsoberhaupt des Iran mit den Worten zitierten, Radfahren von Frauen sei nach islamischem Recht legitim.